Syliman, Mohamed Khalafalla

Mohamed Khalafalla Syliman

(Sudan)

Ein „Fenster des Erkennens“ ist für Mohamed Khalafalla Syliman der literarisch ambivalente Text: Erkannt wird, was bekannt ist und was gleichzeitig noch unbekannt ist. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen klassischer Überlieferung und Erneuerung. Die einst maßgebende Bedeutung des Alten erfährt hier eine Neuinterpretation, die Ästhetik und Poetik entscheidend bereichert.

Mohamed Khalafalla Syliman wurde 1961 in Karkuj am blauen Nil geboren. Er wuchs in einer religiösen Familie, die dem Sufismus nahe stand. Nach seinem Studium der Literatur an der Universität al-Far’ studiert er zur Zeit Rechtswissenschaften an der Universität al-Nilain. Er lebt heute in Omdurman.

Seit Ende der siebziger Jahre schreibt Syliman Kurzgeschichten. Viele von ihnen sowie eine Reihe von Studien sind in sudanesischen und überregionalen arabischen Zeitschriften erschienen. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen Der Sänger und das Orchester und Marginalien aus dem Leben des Hamal Nubi.

Er begann in einer Zeit zu schreiben, die durch große soziale Veränderungen im Sudan geprägt war. In der Literatur erkannte man die alten Muster als überholt, der traditionelle Erzählstrang wurde aufgelöst, die Lexikalität zu einem Versuchsfeld. Aus diesen formalen Neuerungen schöpft Mohamed Khalafalla Syliman und gelangt zum offenen Text, der Autor und Leser gleichermaßen an der Bedeutungsfindung des Textes beteiligt. Durch dieses hermeneutische Wechselspiel verhilft Syliman der Welt in ihrer Uneindeutigkeit und Vielfalt zu ihrem Ausdruck.

  • 2000 Arabischer Preis für kreative Leistungen in Schardscha.

  • 2000 erster Preis des Ali al-Makk-Wettbewerbs für die Kurzgeschichte, den das französische Kulturzentrum verleiht.

 

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