Leseprobe

Abdallah at-Tazi

(Saudi-Arabien)

Aus dem Roman Die Grabungen atmen
Übersetzt von Claudia Knieps



Mein Vater verstand sich selbst als Mann jener Zeit!

Jene Zeit, die mir stets als schwierig erschien, und was die Männer von ihr gesehen haben, versetzte mich nicht in die Lage, sie zu ertragen, wie groß auch immer meine Leidensfähigkeit war! Jene schwierige Zeit brachte immer weitsichtige Männer hervor, deren Lebensmaxime niemand versteht außer denen, die mit ihnen in der selben Generation heranwuchsen und die mit ihnen jene Zeit in allen ihren Minuten und ihren Sekunden erlebten!

Mein Vater ist ein Mann, dessen innere Wesenszüge sich nicht darlegen ließen, wie sehr auch immer ich es versuchte. Er erlebte die schlimmste Armut und die schönste Freude. Wir heute dagegen sind nur Ausgeschlossene, die auf die Wege der merkwürdigen Zeit geworfen sind, die wir mit ihnen als Spiel erleben, damit wir leben. Sie betrachten uns, und wir kreuzen die Wege, während sie die Besitzer großzügiger Häuser sind, und sie beschenken uns mit ihrer Lebensweisheit, die sie mit Hilfe dieser großartigen, vergangenen Zeit hervorbrachten!

Sein Verhalten war an die Zeit gebunden. Dann, wenn er mich grundlos schlug, war es die Zukunft, die mich über den Grund belehrte. Wenn er mich mit einem Grund schlug, war es die Vergangenheit, an die ich mich nicht erinnerte, die Zeuge war, dass er mir einen Rat gab, bevor ich einen Fehler beging. Aber ich hatte kein Wort gehört. Oft suchte ich in der Vergangenheit nach jenen Rat gebenden Worten, doch fand ich sie nicht, sondern ich fühlte die vom Schlag getroffenen Stellen, vom Schweigen angeschwollen. Wenn ich keinen Grund fand und trotzdem geschlagen wurde, fühlte ich, die Gegenwart war zu mir gekommen, um mich auf seine Art zu belehren und zu erziehen.

Die Männer jener Zeit verstanden sich gut darauf, die Zeit auf ihre Art zu gebrauchen, als ob sie Wächter wären, die vor den Pforten der Zeit stehen, die sie dem öffnen, dem sie sie öffnen wollen und sie vor anderen dagegen schließen!

Wenn mein Vater lächelte, wusste ich nicht, ob dies war, weil er sich an etwas aus der Vergangenheit erinnerte oder er die Gegenwart genoss oder sich die Zukunft gerade vor seinen Augen geformt hatte, oder ob ich sein Lächeln wirklich sah. Die dauerhafte Unkompliziertheit war nicht in seine Augen geschrieben. Ich fand immer, er erwarte von mir, viele Dinge zu wissen, von denen ich nichts gehört und über die mich keiner belehrt hatte. Das Beunruhigende an dem Thema ist, dass ich bestraft wurde, wenn ich sie nicht kannte!

 

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