Uthman, Muhammad

Muhammad Uthman

(Jemen)

Durch quälende Ungewissheit und stumpfe Tatenlosigkeit zeichnen sich die Helden von Muhammad Uthman aus. Mit kurzen, hastigen Sätzen skizziert er vielseitige Charaktere, deren alltägliches Leben nicht viele Änderungen und Abwechslungen bietet. Seine Figuren sind handlungsunfähig, sie warten auf eine äußere Veränderung, die eine lebenswertere Existenz verspricht.

Der 1969 in der Nähe von Taiz, Jemen geborene Muhammad Uthman, entstammt einer traditionellen jemenitischen Landfamilie. Bereits zu Schulzeiten begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, die er in verschiedenen jemenitischen Tages- und Kulturzeitschriften veröffentlichte. 1999 erwarb er an der Universität Sanaa, Jemen, den Bachelor of Arts in Philosophie, 2001 den Bachelor of Arts in Französischer Sprache und Literatur. Heute ist er als Schullehrer tätig. Neben seinen eigenen literarischen Arbeiten widmet er sich auch der Übersetzung französischer Romane.

Bekannt wurde Muhammad Uthman durch seine erste Kurzgeschichtensammlung Schweigen. In diesen Geschichten zeichnet der Autor das alltägliche Leben der einfachen Bevölkerung mit ihren Sorgen und Nöten. In knappen, spröden Sätzen, beschreibt er ihren Alltag, der durch stumpfsinniges Warten und zähe Langweile bestimmt ist. Heimlich ersehnen sich die Helden einen Wandel, der nicht eintritt, da sie ihrem Leben nicht aus eigener Kraft entfliehen können, vielleicht nicht einmal die Kraft haben, dieses zu wollen. Wie sie es dennoch schaffen ihr Leben zu meistern, davon erzählen die Kurzgeschichten von Muhammad Uthman.

Auch in dem 2003 erschienen Erzählband Die gegenüberliegende Leere steht das Alltagsleben im Mittelpunkt seines Interesses. Anders als in Schweigen deckt er hier in einer zum Teil poetischen Sprache auf, was neben dem täglichen Broterwerb vom Leben übrigbleibt: Langeweile – das Warten auf Nichts.

  • Wurde für seinen ersten Erzählband Schweigen im Jahr 1999 im Schardscha-Literaturwettbewerb (VAE) ausgezeichnet.

 

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