Mohammad al-Yahya’i
(Oman)
Alptraumartige Visionen einer Stadt, soziale Umwälzungen, Unterwürfigkeit gegenüber den Oberen und Rebellion gegen eine sexuell repressive Gesellschaft sind die Themen, die die Laufperle bewegen. In diesem Erzählband studiert der Autor in verschiedenen Situationen menschliches Verhalten und beweist hierbei eine erstaunliche Beobachtungsgabe. Obgleich seine Geschichten in der Gesellschaft des Sultanats Oman spielen, weisen sie durch ihre Beobachtungen und Visionen über das eigene Land hinaus.
Muhammad al-Yahya’i wurde 1964 in Oman geboren. 2002 erwarb er an der University of Leicester, England, den Master-Degree im Fach „Globalization and Communication“. Er war 1994 an der Gründung des ersten omanischen Kultur-Magazins „Nizwa” beteiligt. Ein Jahr später arbeitete er als Produzent und Sprecher des Kulturfernsehens „Cultural Papers” in Oman und kam dann als Korrespondent zum Magazin „Al-Kuwait”. Von 1998 an arbeitete er als Auslandskorrespondent für die Zeitung „Al-Bayān“ in Dubai, sowie als Leiter der Verlagsabteilung einer Tageszeitung von Oman. Außerdem schreibt er für das Magazin „ar-Rağul” in London.
Muhammad al-Yahya’i legt mit Laufperle einen thematisch breitgefächerten Erzählband vor. Die Titelgeschichte besitzt einen historischen Hintergrund, gleichzeitig aber auch eine symbolische Dimension. Erzählt wird die Geschichte eines Königs, der in seiner Jugend einen himmelblauen Talisman verliert und infolgedessen schwer erkrankt. Der Verlust des Talismans ist nicht so sehr Metapher für ein allgemeines Unglück, als vielmehr für einen Vertrauensverlust in das Königreich.
Die Charaktere des zweiten Erzählbands Ein Tag, an dem Khazina ihr Schlafzimmer entstaubte sind prägnant und lebendig. In der Titelgeschichte wird ein Mann von seiner Mutter gezwungen, eine Frau zu heiraten, die er in der Hochzeitsnacht verlässt, um zwanzig Jahre nichts mehr von sich hören zu lassen. Hier dreht sich das in der arabischen Literatur weitverbreitete Motiv der widerspenstigen Braut um, zugleich findet aber auch die Verzweiflung und Rache der verlassenen Frau Gehör.







