Salah, Yasmina

Yasmina Salah

(Algerien)

Das Meer des Schweigens einer männlich dominierten Gesellschaft wühlt Yasmina Salah mit ihrer feministischen Kritik auf. Mit ihrer unüberhörbar weiblichen Stimme eröffnet sie literarisch und publizistisch die Auseinandersetzung um die Rolle der Frau in Algerien. Ihre Prosatexte zeichnen sich durch eine fantasievolle Bildersprache aus, gleichzeitig wahrt sie aber stets den Bezug zum Leben und den Momenten, die unseren Alltag bestimmen.

Yasmina Salah wurde 1969 in Algerien geboren. Sie studierte Sozialwissenschaft an der Universität Algier. Zunächst unterrichtete sie an der Grundschule Arabisch, verließ dann 1988 den Schuldienst und wechselte in den Kulturjournalismus.

Bekannt wurde Yasmina Salah durch ihren Erstlingsroman Meer des Schweigens. In diesem Roman zieht sie eine Bilanz des Vergangen und befragt gleichzeitig die Gegenwart nach dem Grund der Absage an die Freiheit:

„In Meer des Schweigens ist Algerien nicht irgend ein Land, dessen Bewohner sich in Sehnsucht nach Freiheit, die niemals kommt, verzehren. Sondern das Land verändert und entwickelt sich in Menschen, die seine Rettung sind“, schreibt Sausan al Abtah. „Dies wird dargestellt am Beispiel einer Frau namens Dschamila – wohl in Anspielung an die große Revolutionärin Djamila Bouhired – die von allen geliebt wird und weiterlebt in einer fiktiven Tochter (der neuen Generation), die zum Schluß an einem gefährlichen Scheideweg steht.“

Die literarische Sprache von Yasmina Salah ist attraktiv und fesselnd. Zunächst leicht zugänglich und schnell konsumierbar, erweist sie sich jedoch als vielschichtig und komplex. Durch die permanenten Unterbrechungen des Erzählflusses erschließt sich dieser Roman erst durch die Verknüpfung verschiedener Sprach- und Situationsebenen.

 

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