Hussain Ali Younis
(Irak)
„Das Leben besteht aus einer Poesie, die allgemeine Verpflichtungen aufhebt.“ Für Husain Ali Younis gibt es keinen anderen Feind der Wahrheit als die Übereinstimmung mit der Gesellschaft. Damit setzt er die Tradition der Widerstandsdichtung fort, die besonders in Bagdad namhafte Vertreter hervorbrachte.
Das Leben als Kassida, als Gedicht: Eine Lebensweise, die auf den ersten Blick leicht und spannend erscheint, tatsächlich aber ein mühevoller, dorniger Weg ist. Trotz des provokativen Bruchs mit der offiziellen irakischen Literaturlandschaft, wurden einige seiner Gedichte in Kulturzeitungen publiziert. Wichtiger aber war für ihn der Austausch mit arabischen Literaturzeitschriften im Ausland, der ihn in den Augen der Behörden verdächtig machte und ihn mehrmals ins Gefängnis brachte.
Husain Ali Younis wurde 1967 in Bagdad geboren. Er ist ein Autodidakt. Zunächst veröffentlichte er einige Poetik- und Prosahefte, die er in dünnen handgemachten Ausgaben unter seine Freunde verteilte. Später, im libanesischen Exil, legte Younis auf Grundlage dieser Hefte Geschichten und Bitterkeiten vor. Im April 2003 kehrte der Autor wieder in seine Heimat zurück.
Husain Ali Younis erzählt seine persönlichen Geschichten und Bitterkeiten, einen Alptraum ohne Ende. Seine Poesie ist vielschichtig, bedient sich komplexer rhetorischer Stilmittel, die er jedoch mit Sparsamkeit einsetzt. Dabei erfindet er seine eigene Geschichte und entwickelt in poetischer Kongruenz mit dem Leben eine Moderne, die weder Realitätsflucht noch ein bloßes Abbild der Gegenwart ist.






