Iman Humaydan Younes
Aus Wilde Maulbeeren
Übersetzt von Helene Adjouri
Die Seidensaison, in der Ibrahim alleine die Zucht bewirtschaftete, die sich auf das Tal beschränkte, neigte sich dem Ende zu. Das Ende der Liebe zur Erde macht die Erde, die Bäume und das Tal krank, sagt mein Vater bekümmert und missbilligend über die Nachlässigkeit meines Bruders während der Saison. Er fügt hinzu, dass die Maulbeeren, die er einst gepflanzt hatte, nun zwangsläufig zu wilden Maulbeeren werden und dass der Baum, der von Menschenhand unberührt blieb, nun verwildert.
Die Kräfte des Scheichs sind geschwunden, was ihm die Fläche seiner Felder vermindert hat. Er hat seine weit ausgedehnten Felder vergessen, so hat es den Anschein. Der Grund ist jedoch, dass er nun zu schwach ist, um auf seine Felder zu gelangen. Seine weiten Felder umranden sein im Tal gelegenes Haus. Die nahe Umgebung um die drei Seiten seines niedrig gelegenen Hauses, das sind seine weiten Felder. Der Alte schreit durch das Gitter seines Fensters die Kinder der Arbeiter an, die sich dem Mispelbaum nähern. Seine Äste ragen beinah durch das Fenster in das Zimmer hinein und teilen mit dem Alten das Leben. Er kann nicht mehr auf dem Dach seines Hauses stehen und die Weite seiner Felder durch das Abfeuern von Schüssen mit seinem Revolver auf seine Felder in alle Himmelsrichtungen demonstrieren. So pflegte er in der Vergangenheit die Grenzen seines Landes zu markieren, während er sich über die Gäste, denen die Angst ins Gesicht geschrieben stand, amüsierte.
Nun steht er an der Schwelle seiner Zimmertür, die zu der kleinen, nicht ummauerten Terrasse führt. Er streckt seinen rechten Arm aus, in dem er zitternd einen Stock hält. Mit diesem zeigt er auf die Grenzen seines Landes, die von dem Haus aus aufgrund der neuen Häuser nicht mehr gesehen werden können. Auch er kann sie nicht mehr sehen. Das liegt allerdings nicht nur an den Häusern, die die Sicht auf das Land verdecken, sondern auch an seiner verminderten Sehkraft.






