Leseprobe

Dhafir Neji

(Tunesien)

Aus dem Roman Das Rauschen des Windes
Übersetzt von Mona Naggar



Am Anfang waren Adam und Eva alleine.

Alleine in der Ehrfurcht des Ortes. Ging Eva wirklich aus den Rippen von Adam hervor, oder waren beide eine Geschichte, entsprungen aus der Rippe der Zeit?

Er streckte seine Hand aus und suchte nach dem Schalter der Stehlampe. Er tastete die kalte Wand ab, von rechts nach links und von oben nach unten. Er fand ihn nicht, wiederholte die Bewegungen und zog dabei größere Kreise. Keine Spur von einem Schalter. Er steckte seine Hand in die Jackentasche, suchte nach dem Feuerzeug, zündete es an und sah hinter die Tür. Dort war der alte Schalter, der von den vielen Fingern, die ihn schon berührt hatten, ganz schwarz geworden war. Er drückte mit dem Daumen darauf. Das Zimmer erschien in einem dämmrigen Licht, das aus dem Innern der Dunkelheit entsprang. Er blickte um sich. Der Ausgang ging direkt von der Küche ab ... alle Möbel machten den Eindruck, dass die kleine Wohnung nicht ständig bewohnt war. (...)

Er sah sich um, doch er fand sie nicht. Er ging wieder nach draußen auf die Terrasse, die auf das Meer hinausging. Dort fand er sie. Sie hatte ihren wunderbaren Körper in eine Wolldecke gewickelt. Ihre Hände lagen gekreuzt auf ihrer Brust, als wolle sie einer Kälte entfliehen.

War es die Kälte des Windes der Qirqina-Inseln in jenem Herbst oder die Kälte einer leeren Seele, die dorthin floh auf der Suche nach einem ehrlichen Moment der Liebe mit ihm?

Er nahm sie in die Arme, etwas heftig, und küsste sie auf die Stirn. Da brach sie in seinen Armen zusammen ... Ihre Wangen glühten, ihr Haar wehte in der kalten Brise, was sie noch verführerischer machte. Er strich über ihren Kopf, gab ihr noch einen Kuss, zog sie an sich, ging mit ihr hinein und schloss die Tür hinter ihnen.

 

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