Zikri, Mustafa

Mustafa Zikri

(Ägypten)

Mustafa Zikri ist fürwahr ein „Enfant terrible“ der jungen ägyptischen Literatur- und Filmszene. Mit seinem radikalen „l’art pour l’art“ wendet er sich von der engagierten Literatur ab und konzentriert sich auf ästhetische Fragestellungen. Durch vielfältige Schreibstrategien wie filmische Intertextualität, Aufhebung von U- und E-Literatur oder Surfiktion, die Fiktion als Fiktion entlarvt, zeichnet er sich als profilierter Zeitgenosse der Postmoderne aus.

Mustafa Zikri wurde 1966 in Helwan in der Nähe von Kairo geboren. Zunächst studierte er Philosophie an der Universität in Alexandria, entschied sich dann aber für das Studium an der Filmhochschule in Kairo, welches er 1992 abschloss. Sogleich nach dem Studium begann er mit seinem ersten Skript für den Film Asphalt-Rowdies, der 1996 erschien.

Eines der interessantesten Werke Zikris ist der Doppelroman Viel Lärm um ein gotisches Labyrinth. Auf der Folie des Films „The Misfits – Nicht gesellschaftsfähig“ von 1960 verarbeitet der Text das Thema dieses Neuzeit-Western, nämlich Verrohung und Abstumpfung. In einzelnen Stadtepisoden erleidet Amin, selbst von zwanghaftem Verhalten getrieben, die Rohheit, Gleichgültigkeit und Unbedachtheit seiner Mitmenschen: Zu Beginn des ersten Romans „Was Amin weiß“ malträtieren ihn seine Freunde mit derben Späßen und halten ihn geradezu gewaltsam vom Film „The Misfits“ fern. In einer späteren Szene trifft Amin in einer Bar auf einen flüchtigen Bekannten, der auf ihn ein- und an ihm vorbeiredet. Vor laufendem Film entspannt sich ein Monolog, der Amin wider Willen durch leerlaufende Wiederholungen und hartnäckige Unbeirrbarkeit seiner Logik unterwirft.

Ähnlich wie eines seiner literarischen Vorbilder, der argentinische Autor Jorge Luis Borges, thematisiert Mustafa Zikri die ästhetischen Möglichkeiten und die existentielle Bedingtheit von Literatur. Dabei bedient er sich unter anderem textueller Spiegelstrukturen, die Leser, Autor, und Held aufeinander treffen lassen. In einer Sprache, die derben kairiner Argot mit entlegener Schriftsprache konfrontiert, reflektiert seine Literatur daher auch immer sich selbst als Text.

 

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