Zubair, Nabila al-

Nabila al-Zubair

(Jemen)

Mit ihrem provokativen Schreibstil und ihren extravaganten Themen sucht Nabila al-Zubair die Konfrontation mit der traditionellen jemenitischen Gesellschaft und bezieht dabei selbstbewusst Position. In ihrem Werk steht nicht so sehr die eigentliche Handlung im Mittelpunkt, vielmehr leben ihre Geschichten durch eine lebendige Schilderung von Träumen und Realität. Ihre Hauptthemen sind Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und die Suche nach einer eigenen Identität. Damit hinterfragt die Autorin gleichzeitig die Verteilung der traditionellen Geschlechterrollen.

Nabila al-Zubair wurde 1964 in al-Hagara, Jemen, geboren. Bereits in jungen Jahren brach sie mit den Konventionen der jemenitischen Stammesgesellschaft und musste auf Druck der Familie hin heiraten: ein „Fehltritt“, dem, ihren eigenen Worten nach, „zehn regenreiche Jahre folgten“. Nach ihren ersten Kurzgeschichten, wandte sie sich der Lyrik zu, die seit Mitte der 80er Jahre ihr zentrales literarisches Anliegen ist. Ihr erster Roman Es ist mein Körper erschien im Jahr 2000.

Nabila al-Zubair erwarb an der Universität Sanaa, Jemen, den Bachelor of Arts in Psychologie und arbeitet zur Zeit in der Schulverwaltung.

Ihr Roman Es ist mein Körper besteht aus einem Monolog der Protagonistin Sakina Ali Amr, die ihre verschiedenen Krankheitsformen bis hin zu den Symptomen von geistiger Verwirrung beschreibt. Von Kindheit an war ihr Leben und damit auch ihr Körper durch ihren Vater fremdbestimmt. Dieses drückt sich für sie symbolisch darin aus, dass er ihr befiehlt, einen Schleier zu tragen.

Daraufhin beschließt sie Dichterin zu werden, um sich somit gegen die gesellschaftlichen Normen aufzulehnen. Als auch ihre letzte Hoffnung, nämlich zu heiraten, ihr Leben nicht erträglicher macht, reagiert schließlich ihr Körper, und in einem Anfall von Wahnsinn verliert Sakina das Bewusstsein. Nach diesem Schlüsselerlebnis findet sie zum ersten Mal den Mut, über Scheidung zu sprechen, zumal sie sich ganz dem Schreiben widmen will. Erschrocken verspricht ihr Mann, sie besser zu behandeln, was jedoch letztendlich nicht ihre Ehe zu retten vermag.

Die Beziehung zwischen den Geschlechtern steht auch im Mittelpunkt ihres Erzählbandes Ich tanzte auf dem Felsen. Klar, mutig und differenziert behandelt sie das Thema der weiblichen Autonomie. Dabei erzielt Nabila al-Zubair eine besondere Wirkung durch ihre poetische Sprache, mit der es ihr gelingt, herausfordernde Themen und Inhalte mit großer Eindringlichkeit dem Leser nahezubringen.

 

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