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Die „Digital Resource Library“

Foto: Digital Resource LibraryDie Digital Resource Library; Foto: Digital Resource Library
„Digital Resource Library“ – Ein Ehrgeiziges Projekt in Kairo informiert über E-Books (Quelle: Digital Resource Library)

Dina Kafafi glaubt daran, dass dem elektronischen Buch (E-Book) eine große Zukunft in Ägypten bevorsteht. Daher investiert sie viel Zeit und Arbeit in das Projekt „Digital Resource Library“, das die Öffentlichkeit über die Potenziale des E-Books informieren soll.

Bei einem Besuch der öffentlichen Bibliothek in der Townhouse Gallery in Kairo wäre ein unkundiger Besucher vermutlich überrascht zu sehen, wie viele Bibliotheksnutzer nicht etwa traditionelle Bücher, sondern den Computer oder andere elektronische Geräte zum Lesen verwenden.

Doch dies klärt sich schnell auf, wenn er von dem Projekt erfährt, das dort vor Ort entwickelt wird: Im Rahmen der Digital Resource Library will man zur Verbreitung digitalen Lesens beitragen. Nun scheint der Anblick doch ganz natürlich und gar den Aufbruch in die Zukunft zu symbolisieren.

Dina Kafafi glaubt daran, dass dem E-Book eine große Zukunft in Ägypten bevorsteht. Daher investiert sie viel Zeit und Arbeit in das Projekt Digital Resource Library, das die Öffentlichkeit über die Potenziale des E-Books informieren soll.

Das Projekt nahm im Jahr 2013 seinen Anfang, als Dina Kafafi einen Workshop zur Erstellung von E-Books organisierte. Unter den Teilnehmern waren Autoren, Verleger und Informatiker.

Den E-Book-Workshop hätten damals zwölf Interessierte aus unterschiedlichen Berufsfeldern und Motivationen heraus absolviert, erzählt Kafafi. Sie selbst hat letztes Jahr an einem Programm des Goethe-Instituts teilgenommen, das dem Ausbau von Kompetenzen und Fachwissen junger Kulturmanager in der Region gewidmet war. Sie entwickelte die Projektidee im Zuge dieses Programms und erhielt vom Goethe-Institut auch entsprechende Unterstützung.

In Ägypten etabliert sich die E-Book-Industrie zusehends, insbesondere nachdem Computertechnologie Einzug in viele Haushalte gefunden hat und der Benutzerkreis von Smartphones, die oft mindestens einen E-Book-Reader besitzen, immer weiter anwächst.

Allerdings gibt es auch zahlreiche Herausforderungen: Noch immer wissen die Wenigsten Bescheid über die Technologie und die urheberrechtlichen Bestimmungen hinter den E-Books.

Informationen Anbieten

In Kooperation mit Townhouse möchte Dina Kafafi der Öffentlichkeit Informationen zu E-Books bereitstellen. Dies geschieht in Form digitaler Medien, auf die man in der Townhouse-Bibliothek frei zugreifen kann.

Digital Resource Library, Plakat; © Digital Resource LibraryKafafi erklärt, dass sie seit Januar 2014 mehrere E-Reader in der Bibliothek installiert hat, mit deren Hilfe man auf eine kleine digitale Fachbibliothek für den Bereich des digitalen Publizierens zugreifen kann.

Die digitale Bibliothek enthält derzeit zum Beispiel philosophische und geisteswissenschaftliche Werke zur Entwicklung der Tradition des Lesens und ihrem Trend weg vom Druckwerk und hin zum elektronischen Buch im 21. Jahrhundert. Ergänzt werden sie durch Studien zu den verschiedenen Aspekten digitaler Bücher, ihrer Erstellung und Weiterentwicklung.

Auf der offiziellen Website von Townhouse wird die Digital Resource Library als ein Nachschlagewerk bezeichnet für all diejenigen, die an der Methodik hinter der E-Book-Technologie interessiert sind oder mehr über technische Entwicklungen in diesem Bereich erfahren wollen.

In der Bibliothek würde man Bücher und wissenschaftliche Studien zur Verfügung stellen, die auf Fragen zu den Entwicklungen im E-Book-Bereich und ihren unvermeidlichen Implikationen für das Verständnis vom Schreiben und Lesen, die Produktion, Veröffentlichung sowie die Urheberrechte im Buchwesen Antwort geben.

Die Bibliothek enthalte im Moment 250 Titel, erklärt Kafafi, die meisten davon in englischer Sprache. Sie empfindet den Mangel an adäquater arabischsprachiger Literatur zu diesem Thema als ein Problem, welches es so bald wie möglich zu lösen gilt. Damit in Zukunft mehr Menschen von den Inhalten der digitalen Bibliothek profitieren können, sollen schon bald einige ausgewählte Werke ins Arabische übersetzt werden. Derzeit, so Kafafi, fehlen allerdings noch die nötigen finanziellen Mittel.

Ein weiteres Ziel des Projekts Digital Resource Library ist es, die Inhalte der Bibliothek nach Prüfung der Urheberrechte auch im Internet verfügbar zu machen. Auch Townhouse, wie man auf der offiziellen Seite lesen kann, sieht das zukünftige Ziel der Digital Resource Library darin, die Materialsammlung im Internet zur Verfügung zu stellen. Dadurch möchte man einerseits mehr Experten anziehen, und andererseits dazu inspirieren, die Verwendung der Inhalte in der ägyptischen und arabischen Medienlandschaft quasi immer wieder neu zu erfinden – zum Beispiel in Form kurzer technischer Workshops, oder Online-Vorlesungen (Webinars) zum Thema Selbstverlag (Self-Publishing).

Die Digital Resource Library; Foto: Digital Resource Library

„Digital Resource Library“ – Die Bibliothek (Quelle: Digital Resource Library)

Die Townhouse-Bibliothek

In Zusammenarbeit mit dem Townhouse-Management bereitete Dina Kafafi dem Projekt Digital Resource Library den Weg, indem sie E-Reader in der öffentlichen Bibliothek installierte und Veranstaltungsreihen plante.

Der physische Raum der Bibliothek, so die Townhouse-Website, soll in Zukunft einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen dienen. Dazu werde man Experten einladen, die die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten für das Erstellen und Publizieren von E-Books vermitteln können.

Dina Kalafi erklärt, sie wolle bald einige Experten einladen, um Mitarbeiter von Organisationen zum Erstellen und Entwickeln von E-Books zu qualifizieren. Das Training soll im kommenden September stattfinden und speziell für Personen angeboten werden, die im kulturellen Bereich tätig sind. Dadurch sollen die jeweiligen Institutionen darin unterstützt werden, zukünftig auch eigene Publikationen und Archive zu digitalisieren.

Abschließend erklärt die Projektleiterin, dass sich die Digital Resource Library derzeit noch in einer frühen Entwicklungsphase befindet. Damit die digitale Bibliothek der Gesellschaft zu Gute kommen kann, sei man derzeit auf der Suche nach neuen Partnern und innovativen Ideen, die die Weiterentwicklung des Projekts ermöglichen.

Ein Projekt des Goethe-Instituts im Rahmen der Deutsch-Ägyptischen/ Deutsch-Tunesischen Transformationspartnerschaft, gefördert durch das Auswärtige Amt.
Mohamed El-Baaly
ist Direktor des Kairoer Verlags Sefsafa.

Copyright: Goethe-Institut Kairo
Juni 2014

Übersetzung: Andreas Bünger

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