Grees, Samir

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Samir Grees

Geboren 1962 in Kairo – Ägypten

Studium der Germanistik an der Ain-Shams-Universität in Kairo, 1984 Staatsexamen der deutschen Sprache, Studium der Übersetzungswissenschaft an der Universität Kairo, 1986 Abschlussprüfung für Diplom für Deutsche Übersetzung, 1998 Abschlussprüfung für Diplom-Übersetzer, Universität Mainz.

Die Diplomarbeit widmete sich dem Thema: „Zur Problematik der Übersetzung deutscher Literatur anhand der Übersetzung der Kurzgeschichte Die Wage der Baleks von Heinrich Böll“.

Mail Symbolsamirgrees@hotmail.com


Stipendien und Auszeichnungen

November 2014 Deutsch-Arabischer Übersetzerpreis 2013/2014, Preisträger in der Kategorie „Etablierter Übersetzer“

1996 Erster Preis des ägyptischen Kulturrats für die Literaturübersetzung ins Arabische


Wie sind Sie zum Übersetzen gekommen?
Als Germanist und Diplom-Übersetzer lag es ja auf der Hand, dass ich übersetze. Was die Literatur angeht, so war es mein Wunsch, Texte zu übertragen, die mich persönlich begeistern und bereichern. Es ist der Wunsch, dass möglichst viele Menschen in meinem Kulturkreis an dieser Begeisterung und Bereicherung teilhaben.

Woran arbeiten Sie gerade und was hat Sie an diesem Text am meisten gefangengenommen?
Ich bin gerade fertig mit der Übersetzung des Romans Leben von David Wagner. Das ist ein sehr persönlicher und bewegender Text, der im wahrsten Sinne des Wortes vom Leben und vom Tod handelt.

Welches Werk würden Sie gerne übersetzen und warum?
Mich interessieren ganz unterschiedliche Werke. Die Werke mancher ehemaliger ostdeutschen Autoren interessieren mich besonders, weil sie Fragen der Diktatur und des demokratischen Wandels behandeln, die für uns im arabischen Raum von großer Bedeutung sind. Deshalb habe ich Simple Storys von Ingo Schulze übersetzt. Das trifft auch auf Mein Jahr als Mörder von dem westdeutschen Schriftsteller F. C. Delius zu. Manchmal ist es ganz einfach die Freude an einem guten Textes. Das war der Grund, warum ich Werke wie Der Kontrabass von P. Süskind, Die Panne und Das Versprechen von F. Dürrenmatt übersetzt habe.

Im Moment bin ich auf der Suche nach einem geeigneten Werk für meine nächste Übersetzung.

Wie wichtig ist Ihnen der Kontakt zum Autor? Begründen Sie!
Den Kontakt zum Autor such ich immer mehr. Denn es gibt oft Stellen in einem Werk, die der Übersetzer nicht leicht oder gar nicht verstehen kann. Da ist der Kontakt mir dem Autor sinnvoll. Der Kontakt mit Ingo Schulze, David Wagner und Elfriede Jelinek hat mir beim Übersetzen ihrer Werke sehr geholfen. Der Kontakt mit dem Autor ist auch in Zeiten des E-Mail-Verkehrs wesentlich leichter geworden.

„Einer Übersetzung darf man auf keinen Fall anmerken, dass sie eine Übersetzung ist.“ – „Dem Leser einer Übersetzung muss ein bestimmtes Maß an Fremdheit zugemutet werden dürfen.“ Welcher der beiden Aussagen stimmen Sie eher zu und warum?
Ein übersetzter Text ist an sich etwas Fremdes: Das zieht an, macht das Lesen aber manchmal schwieriger. Mein Bestreben ist, dass meine Übersetzung sich wie ein arabisches Original liest, das in fremder Atmosphäre spielt.

In welchem der von Ihnen übersetzten Texte haben Sie am deutlichsten eine kulturelle Distanz verspürt?
Am deutlichsten war das der Fall bei der Übersetzung des Romans Die Klavierspielerin von Elfriede Jelinek!

Welche sprachlichen Schwierigkeiten haben Sie beim Übersetzen schon einmal an den Rand der Verzweiflung gebracht?
Das Werk Jelineks lebt von der Ironie, vom Sarkasmus, von den Wortspielen und den vielen Verweisen auf die Geschichte ihres Landes sowie bestimmte literarische Werke. Dies alles macht ihre Texte manchmal unübersetzbar.

  Samir Grees | © Goethe-Institut
Vom Deutschen ins Arabische übersetzte Werke:

Kehlmann, Daniel
زمن مالر
Verlag: Kalima, Abu Dhabi
2013. 215 Seiten
ISBN 978-9948-17-138-6
Originalsachtitel: Mahlerszeit


Borchert, Wolfgang
سن الأسد
Verlag: Al-Markaz Al-Qawmy Lil-Targama, Kairo
2010. 170 Seiten
ISBN 978-977-704-224-6
Originalsachtitel: Das Gesamtwerk

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