
Es kann nicht der Sinn von Literatur sein, Normen zu erfüllen. Literatur kann nur Abweichen von Normen bedeuten. Marcel Beyer |
Marcel Beyer wird 1965 in Tailfingen geboren. Schon während des Studiums der Anglistik, Germanistik und Literaturwissenschaften in Siegen veröffentlicht er Kritiken in Literatur- und Musikzeitschriften. Daneben macht er als Übersetzer von Yeats und Burroughs und als Mitherausgeber eines Gedichtbandes von Gertrude Stein sowie verschiedener Anthologien von sich reden. Seit 1996 lebt Marcel Beyer als freier Autor in Dresden.
Der Autor bezeichnet sich selbst als „langsamen Schreiber“. Da er seine ersten Gedichte bereits mit fünfzehn schrieb und sich bald darauf auch an Prosa wagte, ist sein Schreibtempo jedoch kein Hinderungsgrund gewesen, im Laufe der Zeit eine ansehnliche Reihe Romane und Gedichtbände zu veröffentlichen.
Der erste Gedichtband kleine Zahnpasta erschien 1989. Bekannt wurde Marcel Beyer mit seinem Debütroman Menschenfleisch (1991). Noch mehr Aufsehen erregte der zweite Roman Flughunde (1995), der mittlerweile zur Schullektüre gehört. Darauf folgten u.a. der Roman Spione (2000), der Lyrikband Erdkunde (2002) und 2008 der Roman Kaltenburg. In seinen Werken setzt sich Beyer aus unterschiedlicher und immer wieder neuer Perspektive mit der deutschen Geschichte auseinander.
„Ich glaube es ist sehr wichtig, dass Schriftsteller verschieden auf bestimmte Dinge reagieren und sich mit diesen literarisch auseinandersetzen. Das Dümmste wäre wohl, wenn man sich auf eine Konsenssprache einigen würde. Genau dies hieße nämlich einen Absatz im Geschichtsbuch zu schreiben damit alle sagen könnten: Ja, genau so war es.“
(Marcel Beyer in einem Interview mit Jasmin Herold 2004)
Für seine Werke wurde Marcel Beyer u. a. mit dem Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler des Landes Nordrhein-Westfalen (1992), dem Berliner Literaturpreis (1996), dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2001) und dem Joseph-Breitbach-Preis (2008) ausgezeichnet.
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