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In der Sprache kann man mit einem Satz bis zum Mond reisen. Doris Dörrie |
Doris Dörrie wird 1955 in Hannover geboren und studiert Theater und Schauspiel in Kalifornien und New York. Dort entschließt sie sich, lieber hinter der Kamera zu stehen. Zurück in Deutschland, beginnt sie ein Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. Nebenher schreibt sie Filmkritiken für die Süddeutsche Zeitung, arbeitet als freie Mitarbeiterin für verschiedene Fernsehsender und dreht erste Filme. Schon ihr dritter Kinofilm Männer wird ein Welterfolg. Gleichzeitig beginnt sie zu schreiben. Ihr Debütroman Was machen wir jetzt? steht monatelang auf den Bestsellerlisten. Doris Dörrie inszeniert nebenher erfolgreich Opern und macht sich auch als Kinderbuchautorin einen Namen.
Es ist der genaue Blick, mit dem die Schriftstellerin Doris Dörrie die kleinen Schwächen und großen Sehnsüchte der Menschen durchschaut. In ihren humorvoll geschilderten Alltagsgeschichten erkennt sich der Leser sofort wieder. Allzu menschliche Themen wie Liebe, Untreue, das Unbehagen vor Veränderungen und selbst der Tod werden dabei mit liebevoller Ironie sowie sprachlich gelassen und beinahe heiter kommentiert.
Was machen wir jetzt? handelt von einem Vater, der seine Tochter in ein buddhistisches Klostercamp in Südfrankreich begleitet und dort beinahe gegen seinen Willen entdeckt, worauf es wirklich ankommt im Leben. In Das blaue Kleid erkennen zwei um den verstorbenen Lebenspartner Trauernde, dass der Tod nicht unweigerlich das Ende bedeutet, sondern ungeahnte Neuanfänge in sich birgt. Hier ist es eine Reise zum Totenfest nach Mexiko, die den Wandel bewirkt.
Reisen ist bei Doris Dörrie eigentlich immer ein Thema. Das Schreiben dient ihr dabei als Transportmittel. Doch selbst Sehnsuchtsorte wie Südfrankreich oder Mexiko sind am Ende nur Kulisse. Das eigentlich Spannende an ihren Romanen ist immer die Reise zu sich selbst. Und die spirituelle Nähe der Autorin zum Buddhismus verleiht ihren Romanen und Erzählungen einen leisen Hauch von Erleuchtung. Den Weg der Selbstfindung kann man bei Doris Dörrie durchaus als Schnittstelle zwischen Schreiben und Filmen betrachten.
Und worin sieht die Autorin selbst den Unterschied zwischen Literatur und Film? „Beim Schreiben kann man sehr viel schneller reisen. Filme zu machen ist schwerfälliger, weil eine ganze Maschinerie dahintersteckt. In der Sprache kann man mit einem Satz bis zum Mond reisen.“
Neben den vielen Auszeichnungen für ihre Filme erhielt sie u.a. den Bettina-von-Arnim-Preis der Zeitschrift Brigitte (1996) und den Deutschen Bücherpreis (2003) für ihren Roman Das blaue Kleid.
Copyright: Goethe-Institut Mexiko







