
Schreiben ist für mich eine Form von in der Welt sein, eben die Umgebung beobachten und dann im Schreiben einfangen. Tanja Dückers |
Die 1968 in Berlin geborene Autorin studierte Nordamerikanistik und Germanistik an der Freien Universität Berlin und schrieb bereits neben ihrem Studium Kurzprosa in Deutsch und Englisch. Während ihrer Studienzeit absolvierte sie mehrere Verlagspraktika und Auslandsaufenthalte in den USA, den Niederlanden und Spanien.
Von 1995 bis 1998 war Dückers als Redaktionsassistentin bei der Deutschen Welle TV tätig und schreibt seit 1997 regelmäßig für Zeitungen und Zeitschriften. Derzeit lebt und arbeitet Dückers als freie Autorin in Berlin.
„Schreiben wollte ich eigentlich immer“, sagt Tanja Dückers über sich selbst. Bereits ihr Debütroman Spielzone (1999), eine dokumentarische Milieustudie um Liebe und schräge Gestalten der Berliner Stadtteile Neukölln und Prenzlauer Berg verschafft ihr den literarischen Durchbruch.
Auch der darauf folgende Erzählband Café Brazil (2001) wird von der Kritik gelobt. Hier stellt die Autorin Lebensmuster von alltagsuntauglichen Einzelgängern dar, es sind ironische Lebensdramen über Liebe und Einsamkeit und die Unmöglichkeit von Beziehungen. Tanja Dückers galt lange Zeit als Popautorin und Fräuleinwunder.
Im Roman Himmelskörper (2003) bricht sie jedoch mit diesem Klischee. Hier erzählt sie die Geschichte des Untergangs der Wilhelm Gustloff aus Sicht der Nachgeborenen. „Sinnliche Geschichtsschreibung“ nennt sie ihre Vorgehensweise. Auch der darauffolgende Roman Der längste Tag des Jahres (2006) ist eine Familien- und Generationsgeschichte, die Einblick hinter die Kulissen gibt.
Für ihre Werke erhielt die Autorin neben Preisen auch zahlreiche Literaturstipendien. So war sie unter anderem Stipendiatin der Käthe-Dorsch-Stiftung (1998), der Villa Aurora in Los Angeles (2000) und des Berliner Senats für Wissenschaft, Forschung und Kultur (2001).
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