Christoph Hein: Porträt

Christoph Hein, © www.gezett.de

Wer wirklich etwas über die DDR erfahren will, der muss Bücher lesen, die in dieser Zeit geschrieben wurden. Etwa meinen Roman Horns Ende. Nur die Romane von damals erzählen etwas über die Wirklichkeit in der DDR.

Christoph Hein


Christoph Hein wurde 1944 im schlesischen Heinzendorf, dem heutigen Jasienica in Polen, geboren. Als Sohn eines evangelischen Pfarrers blieb ihm der Besuch des Gymnasiums verwehrt, weshalb er ab 1958 als Internatsschüler ein Westberliner Gymnasium besuchte. Nach dem Mauerbau kehrte er in die DDR zurück und machte an einer Ostberliner Abendschule das Abitur. Zeitweise schlug er sich als Montagearbeiter, Kellner und Regieassistent bei Benno Besson durch, bevor er 1967 zum Studuim der Philosophie und Logik in Leipzig zugelassen wurde. Nach dem Studium war Hein Dramaturg und gemeinsam mit Heiner Müller Hausautor an der Ostberliner Volksbühne. Sein erstes Stück, Schlötel oder Was solls, wurde 1974 uraufgeführt. 1979 verließ er die Volksbühne und ist seither als freier Schriftsteller tätig. Der Autor lebt in Berlin.

Christoph Hein gehört zu den wichtigsten literarischen Stimmen der alten DDR und des wiedervereinigten Deutschlands. Den Durchbruch als Autor brachte ihm 1982 die Novelle Der fremde Freund, die in Westdeutschland 1983 unter dem Titel Drachenblut erschien. Christoph Hein selbst begreift sich als „genauen“ Beobachter der Gesellschaft, der sich einmischt. Am 4. November 1989 sprach Hein neben anderen Künstlern auf der großen Kundgebung des Verbandes der Kulturschaffenden auf dem Berliner Alexanderplatz vor nahezu einer Millionen Demonstranten. Auch im vereinten Deutschland bleibt Hein ein politisch aktiver Schriftsteller: Er protestierte gegen den Golfkrieg und setzt sich vehement gegen ausländerfeindliche Tendenzen in Deutschland ein. War er früher ein kritischer DDR-Autor, so kann man Christoph Hein mittlerweile als Kritiker der gesamtdeutschen Verhältnisse bezeichnen. Seine Nach-Wende-Romane setzen sich mit Vorurteilen und Ängsten auf beiden Seiten Deutschlands auseinander.

Christoph Hein wurde u.a. mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (1982), dem Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung (1992) und dem Walter-Hasenclever-Literaturpreis (2008) ausgezeichnet.

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