
Der
Rückblick auf das 50-jährige Bestehen des Goethe Instituts Barcelona
und ein Vergleich der Herausforderungen seiner Gründungszeit mit den
heutigen macht wieder einmal deutlich, in welch beachtlicher Weise die
Zusammenarbeit der Völker sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt
hat, insbesondere innerhalb Europas.
Die deutsche auswärtige Kulturpolitik der 1950er Jahre stand unter dem besonderen Zeichen der Übernahme von Verantwortung für die eigene Geschichte. Barcelona und andere frühe Goethe Institute hatten damals auch die Aufgabe, durch ihre Arbeit die Rückkehr Deutschlands in die internationale Staatengemeinschaft voranzutreiben und Sympathien für die noch junge Bundesrepublik zu gewinnen. Heute herrscht zwischen Deutschland und Spanien ein reger und freundschaftlicher kultureller Austausch und insbesondere auf deutscher Seite konnte man in den letzten Jahren einen rasanten Anstieg des Interesses an Spanien in allen seinen Facetten beobachten.
Erfreulicherweise können wir die Messlatte unserer Ansprüche an die interkulturelle Zusammenarbeit heute in gewisser Weise höher setzen als noch vor 50 Jahren - die Aufmerksamkeit für das eigene Land bleibt aber eine tragende Säule der Arbeit der Goethe Institute. Während die Welt immer näher zusammenrückt und Europa für eine gemeinsam entwickelte Zukunft eintritt, gewinnt die Besinnung auf die eigenen Wurzeln und Wertvorstellungen für die internationale Verständigung zunehmend an Bedeutung. Im Streben nach einem in Vielfalt geeinten Europa brauchen wir das Gewicht des Einzelnen für einen offenen Vergleich mit dem Anderen. Kultur- und Spracharbeit, bei der die Begegnung der Menschen im Mittelpunkt steht, kann insofern einen wertvollen Beitrag zu Demokratie und Frieden leisten. Das Goethe Institut Barcelona verdient Dank und besondere Anerkennung für das Anregen, Ermöglichen und Fördern vielfältiger fruchtbarer Begegnungen zwischen spanischen und deutschen Sprachschülern, Künstlern und Wissenschaftlern in all den vergangenen Jahren.
Mit dem Blick auf die zukünftigen Herausforderungen gerichtet wollen
wir uns daher tatkräftig für einen erfolgreichen
deutsch-spanischen Kulturaustausch und ein Vorantreiben der
Europäischen Integration in den kommenden fünf Jahrzehnten einsetzen.
Präsidentin des Goethe-Institut (2002-2008)






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