
Seit
nunmehr fünfzig Jahren ist das Goethe-Institut Barcelona der lebendige
Beweis für die interkulturellen Beziehungen zwischen Katalonien und
Deutschland, die auf eine Jahrhunderte alte Vorgeschichte zurückgehen
und sich vor allem in der Kunst und den Geisteswissenschaften
manifestiert haben.
Bereits im Jahre 1502 veröffentlichte Johannes Rosenbach mit dem Vocabulari molt profitós per aprendre lo Catalan-Alemany i lo Alemany-Catalan das erste Werk, das den Anspruch eines Wörterbuches erfüllte und eine Brücke zwischen beiden Sprachen schlug. Jener berühmte Verleger aus Heidelberg, der in Perpignan, València, Montserrat und Barcelona arbeitete, machte sich in der katalanischen Hauptstadt um die Publikation der Werke von Autoren wie Eiximenis, Roís de Corella, Nebrija, Vergil und vielen anderen mehr verdient.
Seit Rosenbachs Zeiten waren die wechselseitigen kulturellen Einflüsse mannigfaltig: nicht nur im Bereich der Kunst und des Handwerk des Buchdrucks, sondern auch dem Gebiet der Geschichtsschreibung, der Naturwissenschaften, Kunst, Musik sowie der Architektur und Politik.
Unsere katalanische Kultur kann man nur verstehen, wenn man die Spuren erkennt, die die deutsche Philosophie oder Kunst in den Werken katalanischsprachiger Autoren wie Antonio M. Alcover, Jordi Rubió i Balaguer, Pere Barnils bis hin zu Manuel de Montoliu hinterlassen hat. Auch die Rezeption deutscher Dichtkunst durch Autoren wie Joan Maragall, Carles Riba, Alfred Badia und insbesondere Joan Vinyoli spielt hier eine Rolle. Nicht zu vergessen die Impulse, die für Mitteleuropa von der Deutsch-Katalanischen Gesellschaft ausgingen, ohne die man die weltweite Verbreitung der katalanischen Kultur nicht nachvollziehen könnte.
Die Frankfurter Buchmesse 2007, bei der sich die katalanische Kultur präsentieren wird, ist für die kulturellen Beziehungen ein wichtiger Markstein. Sie wird eine großartige Gelegenheit sein, das gemeinsame Vermächtnis beider Kulturen aufzuzeigen, und eine solide Grundlage für den zukünftigen gegenseitigen Austausch bilden.
Mit seinem Engagement bei verschiedensten Festivals und kulturellen Veranstaltungen hat das Goethe-Institut Barcelona seit jeher sehr aktiv am katalanischen Kulturleben teilgenommen. In den letzten Jahren hat das Institut zudem dafür gesorgt, dass in Barcelona die neuesten Tendenzen im Bereich des Tanzes, der Musik, der Literatur und der bildenden Kunst zu bewundern waren. Und ebenso war das Goethe-Institut an den Debatten über die großen sozialen und wissenschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit beteiligt.
All dies bildet nur eine kleine Auswahl an Gründen dafür, das fünfzigjährige Jubiläum des Goethe-Instituts feierlich zu begehen. Gekrönt wird es noch mit dem diesjährigen Prinz-von-Asturien-Preis, der dem Goethe-Institut gemeinsam mit den anderen europäischen Kulturinstituten für ihren wertvollen Beitrag zur Kultur und zum Fortschritt in diesem 21. Jahrhundert verliehen wird.
Ich hoffe sehr, dass das Goethe-Institut mit seinem kulturellen Engagement fortfährt und auch in Zukunft die guten Beziehungen und den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Katalonien pflegen wird.
Molt Honorable President de la Generalitat de Catalunya (2003-2006)
Aus dem Katalanischen übersetzt






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