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Die deutsche Arbeitswelt: ein neuer Versuch

Foto (Ausschnitt):  Martin Abegglen (twicepix @flickr), CC BY-SA 2.0Foto (Ausschnitt):  Martin Abegglen (twicepix @flickr), CC BY-SA 2.0

Foto (Ausschnitt): Martin Abegglen (twicepix @flickr), CC BY-SA 2.0


„Als Ausländer ist es nicht leicht, in Deutschland Arbeit zu finden“, glauben viele. „Vor allem dann, wenn deine Deutschkenntnisse dürftig sind“, fügen andere hinzu. Zum Teil mögen diese Aussagen richtig sein – aber eben nur zum Teil.

Feststeht, dass es vielen Spaniern gelungen ist, in Deutschland Fuß zu fassen und in ihrem gelernten Beruf zu arbeiten. Und zwar nicht deshalb, weil sie Kontakte innerhalb der Firma hatten oder weil sie einfach mal Glück hatten, sondern dank ihrer eigenen Beharrlichkeit. Und wenn die Medien behaupten, es sei unmöglich? Und wenn Freunde und Familie finden, das Risiko ist zu groß?

Man braucht Beharrlichkeit und Ausdauer

Es wäre interessant, sich mit all jenen Spaniern zu unterhalten, die jetzt ein deutsches Gehalt verdienen, und sie mit diesen Bedenken zu konfrontieren, um zu hören, was sie dazu zu sagen hätten. Selbstverständlich hatten sie es nicht leicht.

Bestimmt hatten sie schon lange Zeit vorher angefangen, die Sprache zu lernen, um ihre Sprachkenntnisse dann hier in Deutschland immer weiter zu verbessern.
Und neben den erfolgreich gemeisterten Sprachprüfungen haben diese Menschen sich auch in den Bewerbungsgesprächen wacker geschlagen. Natürlich braucht man dafür Beharrlichkeit und Ausdauer – und auch Lust darauf, seinen Traum zu verwirklichen.
Aber es ist schon seltsam: Diese Ausdauer und die Herausforderungen, die zu bewältigen sind, um in einem fremden Land von Null anzufangen und eine neue Arbeit im eigenen Fachbereich zu finden, entwickeln sich als ein langsamer Prozess, wenn man sich erst einmal in Deutschland befindet. Einem Artikel zufolge, der vor kurzem auf zoomnews veröffentlicht wurde, finden es viele Spanier schwierig, sich in Deutschland zurechtzufinden und sind vom deutschen Arbeitsmarkt überrascht. Denn sowohl die Art des Arbeitens als auch die Art unter Kollegen zu kommunizieren sei in Deutschland sehr anders als in Spanien. Es heißt, die Kommunikation unter den Kollegen sei distanzierter und die Arbeit effizienter. Und das bedeutet nicht, dass die Kollegen gar nicht miteinander sprechen würden, nein. Nur: Sie gehen anders miteinander um.

„In jedem Land der Welt dauert es ein paar Monate, bis man sich an das neue Leben gewöhnt hat…”

Ich empfehle euch, diesen Artikel zu lesen, denn er blickt ein wenig hinter die gängigen Klischees von den Deutschen und zeigt auch die guten Seiten an dem, was euch an eurem Ziel erwartet: an eurem Arbeitsplatz in Deutschland. Als kleine Kostprobe möchte ich hier Raúl Rauch Ávila zitieren:
„In jedem Land der Welt dauert es ein paar Monate, bis man sich an das neue Leben gewöhnt hat. Hier in Deutschland kann das ein bis vier Jahre dauern, aber während dieser Zeit gibt es eine faszinierende Welt zu entdecken. Sich an dieses Land zu gewöhnen ist nicht leicht, aber es macht einen stärker.“
Ich bin vollkommen einer Meinung mit dem, was Raúl sagt. Denn viele von euch werden, wenn sie nach Spanien zurückkehren, feststellen, dass sie nicht mehr dieselben sind wie vorher und auch ihr Denken sich verändert hat. Ihr habt viele neue Erfahrungen gewonnen – nicht nur in der deutschen Sprache, sondern auch im Umgang mit persönlichen und zwischenmenschlichen Herausforderungen und den eigenen Zielen. Vielleicht habt ihr gelernt, diese Ziele zu verfolgen, ohne auf die Schwarzmaler und die Bedenken zu hören, die dagegen sprechen. Diese innere Stärke lernt man vermutlich erst, wenn man sich in die Fremde begibt.



María Gracia Centeno Grunauer,
wurde in Guayaquil, Ecuador geboren und besuchte die dortige Deutsche Schule. Die Bloggerin hat einen Bachelor in Kommunikationswissenschaften an der WWU Münster, sowie einen Master in Unternehmenskommunikation an der Universidad Complutense de Madrid absolviert. Seither arbeitet María Gracia auch als freie Journalistin für das Projekt rumbo @lemania. 2011 ging sie dann wieder nach Deutschland, um einen weiteren Masterstudiengang, diesmal in Internationale Medien, an der Deutschen Welle Akademie Bonn zu beginnen.

Copyright: rumbo @lemania
April 2013

Bei diesem Text handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Spanischen
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