Überleben

Der Mieter – Ein Wesen ohne Rechte?

Foto (Ausschnitt): CA-TV @flickr, CC BY 2.0Foto (Ausschnitt): CA-TV @flickr, CC BY 2.0

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Wieso ist meine Nebenkostenabrechnung plötzlich so hoch? Kann der Vermieter einfach die Miete erhöhen? Was passiert mit mir wenn der Eigentümer das Haus verkauft?

Das sind Fragen, die auf viele Mieter einmal zukommen können. Auch viele junge Menschen wohnen in Deutschland zur Miete. Vor allem in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München gibt es besonders viele Mietwohnungen. In Berlin wohnten im Jahr 2010 sogar nur 14,9% aller Bewohner in einer eigenen Wohnung. Andere europäische Länder hängen Deutschland da im Vergleich klar ab. In Spanien und Italien liegt der Anteil der Eigentumswohnungen zum Beispiel bei ganzen 80%.

Mietkaution oder Elternbürgschaft

Zur Miete wohnen heißt oft leider auch hohe, steigende oder unvorhersehbare Kosten und Probleme. Umso wichtiger ist es für die Mieter in Deutschland jemanden zu haben, der ihnen in Streitfällen hilft. Diese Unterstützung erhält man als Mieter von einem Mieterverein. „Für junge Leute oder Studierende, die erstmals eine eigene Wohnung anmieten, gibt es unzählige Fragen rund um das Wohnen zur Miete.“ weiß Ulrich Ropertz, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Mieterbundes e.V..

„Was sind Betriebskosten, Indexmieten, Staffelmieten, Mietspiegel oder Schönheitsreparaturen? Darf der Vermieter Mietkaution und zusätzlich eine Elternbürgschaft verlangen?“
Auch das WG-Leben bringt neue Fragen auf. „Wer zum Beispiel mit anderen zusammen ziehen will, muss entscheiden, wer letztlich den Mietvertrag unterschreibt. Wer hier Fehler macht, muss diese später eventuell teuer bezahlen. Deshalb lohnt sich die Information und ggf. die Beratung beim örtlichen Mieterverein immer.“ rät Ulrich Ropertz.
Rund 230 Mietervereine, die im Deutschen Mieterbund e.V. zusammengeschlossen sind, gibt es in Deutschland. Als Mitglied hat man dort Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung durch Experten auf dem gesamten Gebiet des Mietrechts. Die Juristen und Rechtsberater helfen bei sämtlichen Mietstreitigkeiten und überprüfen zum Beispiel Betriebskostenabrechnungen, Mieterhöhungen, Wohnungsmängel oder Eigenbedarfskündigungen. Der Mitgliederbeitrag für diesen Service schwankt von Stadt zu Stadt zwischen 40 und 90 Euro. In der Regel gibt es aber ermäßigte Beiträge für junge Leute, Studenten oder WGs. „Neben der konkreten Hilfe in Streitfällen geben die Mietervereine wichtige Informationen zur Wohnungssuche und kämpfen dafür, dass mehr Wohnungen insbesondere in den Großstädten, Ballungsgebieten und Universitätsstädten gebaut werden – vor allem mehr bezahlbare Wohnungen.“ erklärt Ulrich Ropertz.

Unterwegs auf dem „Wohnungsmarkt des Wahnsinns“

Dass dieser Kampf vorangetrieben wird, ist für junge Leute und Studierende wichtig. Viele waren schon auf dem „Wohnungsmarkt des Wahnsinns“ unterwegs. Eine eigene Wohnung ist meist unbezahlbar, ein WG-Zimmer bei 200 Bewerbern pro Zimmer unerreichbar und um ein Zimmer in einem Studentenwohnheim zu ergattern braucht man viel Glück. Dabei darf man nicht vergessen: Auch in Studentenwohnheimen gelten Spielregeln, die die Anbieter zu beachten haben. „Ja gerade auch diejenigen, die sich in einem Studentenwohnheim eingemietet haben, sollten Mitglied im örtlichen Mieterverein werden. In Studentenwohnheimen gibt es zahlreiche mietrechtliche Besonderheiten, die man kennen sollte. Wohnheime sind eben kein mietrechtsfreier Raum.“

Aufgepasst!

Der Deutsche Mieterbund e.V. hat auf seiner Homepage die zehn größten Mieterfallen zusammengestellt und erklärt wie man diesen entgeht.



Sabine Lorenz
studiert Medienwissenschaften an der Universität Bonn und arbeitet als freie Journalistin.

Copyright: rumbo @lemania
Juni 2013

Originalsprache: Deutsch

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