Überleben

Einen Kaffee, bitte

Foto: (CC0 1.0), pixabay.com

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Berlin ist eine attraktive Stadt, in der man gut seinen Urlaub verbringen und auch gut leben kann. Wenn die Stadt eine Person wäre, würde ich von ihr sagen, dass ihr die Natur gefällt, dass sie sämtliche Gelegenheiten nutzt, um eine Runde mit dem Rad zu drehen, dass sie sich um den Umweltschutz kümmert und gerne auf Partys geht.

Allerdings könnte ich nicht sagen, welche Farbe ihre Haut hat – von den Haaren ganz zu schweigen! Aber selbst wenn Berlin heute eine Stadt voller Freiheit ist, sollte man hier doch einiges beachten.

Besser auf Deutsch

Englisch hilft immer, wenn man eine Hin- und Rückfahrkarte kaufen möchte. Wenn man jedoch über eine längere Zeit morgens in einem Café die Bestellung mit den Worten „einen Kaffee bitte“ oder „coffee please“, aber nicht wie in Spanien mit „einen koffeinfreien Kaffee mit fettarmer Milch, aber die Milch bitte nicht zu heiß“ aufgibt, was passiert dann? Dann kann man, gerade wenn man es eilig hat, schnell die Nerven verlieren, denn so viel man auch pustet und pustet, der Kaffee bleibt einfach zu heiß. Wenn man eine Mietwohnung sucht, einkauft oder administrative Dinge erledigt, wird es noch komplizierter, und das spürt man dann jeden Tag.

Also: auf jeden Fall besser „auf Deutsch“.

Alles, aber bitte

Abgesehen von der Notwendigkeit, die Sprache mehr oder weniger gut zu beherrschen, sind in dieser kosmopolitischen Stadt gute Manieren unbedingt erforderlich. Es mag sein, dass Haut- und Haarfarbe nicht wirklich wichtig sind – das kleine, nützliche Wort „bitte“ ist es auf jeden Fall. Wenn wir in Spanien in einem Café ein Frühstück bestellen, sagen wir zum Beispiel: „Ich nehme dann eine Schokolade und churros“, und das ist ganz normal, mehr braucht man nicht zu sagen; aber hier in Berlin sollte man sich immer an das unverzichtbare Wörtchen „bitte“ erinnern – vorausgesetzt, man will sich an die Gepflogenheiten des Landes anpassen.

Wir sind, was wir auch essen, aber auch, was wir denken

Bekannterweise trinken die Deutschen ähnlich gerne Bier wie wir in Spanien ein Gläschen Wein, und sie essen gerne Wurst, in Berlin vor allem Currywurst. Und ich kann dieser Wurst und der würzigen Soße mit verschiedenen Zutaten, darunter Senf und Ketchup, auch nicht widerstehen.

Weniger bekannt ist die Vorliebe der Deutschen für „Bio“, sie übersteigt sogar die Liebe zur Currywurst. Es gibt eine beachtliche Zahl von Bio-Supermärkten, und alle anderen haben zumindest eine mehr oder weniger große Bio-Abteilung. Man kann sich also durchaus gut und dazu auch noch gesund ernähren.

Neben den genannten gibt es viele weitere Gewohnheiten, die man, nachdem man sich einigermaßen eingelebt hat, schnell übernimmt, weil sie lohnenswert sind. Wie die Berliner genießt man dann die Seen und die wunderschöne Natur in der Nähe und stürzt sich in das reiche kulturelle Angebot. Kurzum: In Berlin muss man sich einfach verlieben!

Alicia Monika SJ
Die Autorin hat einen Hochschulabschluss in Journalismus, den sie in Madrid erworben hat. Sie hat in Bath (Großbritannien) gearbeitet und zuvor ihre Sprach- und Kulturkenntnisse in Galway (Irland) und Lugano (Schweiz) ausgebaut. In Madrid hat sie u. a. bei einer Kommunikations- und Werbeagentur, beim staatlichen Radiosender Radio Nacional Española und beim Privatsender Cadena Cope gearbeitet. In Berlin befasst sie sich mit Marketing und Werbung.

Copyright: rumbo @lemania
Oktober 2015

Bei diesem Text handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Spanischen

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