Szene

 Foto: (CC0) nastogadka, pixabay.com

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Berlinerinnen und Berliner sind nicht überrascht, wenn ihre Stadt als Hundeparadies bezeichnet wird. Allein das Klima und die niedrigen Temperaturen im Winter schränken die Lebensqualität des besten Freundes des Menschen ein wenig ein, aber ansonsten ist Berlin für Hunde wie Disney World für uns Zweibeiner.

Zahlreiche, über das ganze Stadtgebiet verteilte Parks mit hohem Baumbestand, ruhige, wenig befahrene Straßen mit breiten Bürgersteigen, auf denen man ganz nach Lust und Laune spazieren kann, Seen, in denen sich auch Hunde im Sommer erfrischen dürfen, unzählige Bars, Restaurants und Geschäfte, die dog-friendly sind sowie eine allgemeine Kultur der Wertschätzung gegenüber Hunden, die an allen Ecken und Enden der deutschen Hauptstadt zu spüren ist.

Die Deutschen nehmen das Wohl der Hunde, aber auch die Pflichten der Halter sehr ernst. Deutsche Hundebesitzer müssen ihre Tiere anmelden und jeden Monat eine „Revolutionssteuer“ von 10 Euro zahlen. Sehr zu empfehlen ist außerdem die Registrierung des Haustieres bei Tasso. Erfasst werden die Nummer des Chips, der dem Haustier implantiert wurde, die Rasse, besondere Merkmale und vor allem der Name und die Kontaktdaten des Besitzers. Hunde erhalten außerdem eine Plakette mit der Tasso-Notrufnummer, so dass das Tier schnell gefunden werden kann, falls es einmal entlaufen sollte.

Im Hundeparadies Berlin haben wir Lucía und Estefanía getroffen, die seit einigen Monaten das House of Bitches betreiben. Ihr Projekt: Die Vermittlung herrenloser Hunde aus Spanien an Familien in Deutschland. Bisher waren alle Hundeadoptionen erfolgreich. Dies liegt auch daran, dass Lucía und Estefanía ihre Vermittlungskandidaten über sämtliche Kanäle und die sozialen Medien vorstellen – die Tiere müssen daher nicht warten, bis jemand zufällig beim Tierschutzverein vorbeikommt und sie mitnimmt. Die Hunde, die von Spanien nach Berlin gebracht und im House of Bitches betreut werden, tragen beim Gassigehen ein Schild um den Hals, auf dem steht, dass sie adoptiert werden können. Über Facebook werden ebenfalls viele Leute erreicht, so dass die Hunde möglichst schnell eine neue Familie finden können. Die Adoption eines Tieres über diese Organisation ist kostenlos, die neuen Besitzer müssen lediglich für Impfungen und Kastration aufkommen. Wie kann man House of Bitches am besten unterstützen? Indem man den beiden Betreiberinnen eine Nachricht über ihre Facebook-Seite schreibt und ihnen anbietet, sich so lange um ein Tier zu kümmern, bis es ein neues Heim gefunden hat. Und Tierärzte, die sich solidarisch zeigen und die zu vermittelnden Tiere gratis behandeln, werden ebenfalls gesucht.

House of Bitches und andere Verbände wie SOS Galgos oder Galgos 112 (beide mit deutschen Ablegern) stellen das starke Engagement der spanischen Community für herrenlose Hunde unter Beweis. Und wenn man in der Emigration unter Berlin-Blues und Einsamkeit leidet, adoptiert man am besten einen dieser Hunde – ein besseres Gegenmittel gibt es nicht. Außerdem haben die Vierbeiner einen weiteren unschlagbaren Vorteil: Sie stört es nicht, wenn das Herrchen noch kein perfektes Deutsch spricht.

Ana S. Pareja ist Verlegerin und leitet eine spanische Buchhandlung in Berlin

Copyright: rumbo @lemania
November 2017

Bei diesem Text handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Spanischen.

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