Grenzfall - Der Fall der Mauer in Berlin
Ausstellung in 45 Lambda-prints
Eine fotografische Spurensicherung von Norbert Enker
Ausstellung
19. September bis 21. November 2009
Goethe-Institut Madrid | Calle Zurbarán 21 | 28010 Madrid
Montag bis Freitag von 9 bis 21 Uhr
Eintritt frei
+34 91 3913954
programacion@madrid.goethe.org
19. September bis 21. November 2009
Goethe-Institut Madrid | Calle Zurbarán 21 | 28010 Madrid
Montag bis Freitag von 9 bis 21 Uhr
Eintritt frei
+34 91 3913954

Fritz-Heckert-Straße, 07.08.1990
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Der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht am 15. Juni 1961.
“Sie wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben. Das ist schon erforderlich, um unsere Republik vor Räubern zu schützen.”
DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker im Januar 1989.
Eines der monströsesten Bauwerke deutscher Geschichte gibt es nicht mehr: Die Mauer.
So fassungslos man damals ihrer Errichtung gegenüberstand, so ungläubig war man Zeuge ihres Verschwindens. Sie musste nicht die ihr prophezeiten hundert Jahre stehen.
Die Berliner Mauer, diese Demarkationslinie zwischen zwei politischen Systemen inmitten einer Stadt, war plötzlich ohne größere Probleme zu überwinden.
Sehr schnell war die Mauer, einmal zum Sturz freigegeben, zum Objekt marktwirtschaftlichen Geschäftsgeistes und folkloristischen Interesses geworden. Eine Flut von Touristen ergoss sich über den ehemaligen Todesstreifen. Der Handel mit Mauer-Souvenirs florierte. Man erwarb ein Stückchen des ‘antifaschistischen Schutzwalls’ und trug so ein originales Stück deutscher Geschichte nach Hause.
Ein riesiges Bebauungsgebiet quer durch Berlin war entstanden, offen für behutsame Stadtplanung, brutale Spekulation und weitsichtige Konzernstrategien gleichermaßen.
Es war abzusehen, dass die Mauer, das Symbol deutsch-deutscher Trennung sehr bald nur noch Geschichte sein würde, deren (sichtbare) Spuren sicher in wenigen Jahren getilgt sein würden.
Umso wichtiger erschien es mir damals, diesen Prozeß der Vernarbung einer geschichtlichen Wunde aufzuzeichnen, wenn möglich, bis zur völligen Homogenität.
Diesen Prozess zu dokumentieren, war und ist das Thema meiner fotografischen Arbeit, weil einzigartig in der neueren Geschichte und für die Zukunft Deutschlands von größter symbolischer Bedeutung.
Insofern betrachte ich meine Arbeit als fotografische und historische Spurensicherung.
Der Zeitpunkt des Beginns der Arbeit liegt im Dezember 1989. Die Mauer war im Fallen begriffen. Bis März 1992 habe ich die Veränderungen in diesem ehemaligen Grenzgebiet kontinuierlich verfolgt.
Heute, 20 Jahre später ist es schlicht nicht zu glauben und fast unvorstellbar, wie es in Berlin damals mit der Mauer ausgesehen hat.
Norbert Enker, 2009
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Links zum Thema
Aufbrüche!? 49-89-2009


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