Das Haus Calle Zurbarán, Ecke Calle Fortuny:eine deutsch-spanische Geschichte
Das Goethe-Institut Madrid befindet sich im Stadtviertel Almagro in der Straße Zurbarán Nr. 21, Ecke Straße Fortuny. Diese elegante Wohn- und Geschäftsgegend westlich des Paseo de la Castellana entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier finden sich noch heute viele repräsentative Gebäude aus dieser Zeit.
Das Grundstück wurde 1908 vom Deutschen Reich angekauft, um dort ein neues Gebäude für die Deutsche Schule zu errichten. Am 27. Januar 1909, dem 50. Geburtstag Kaiser Wilhelms II., erfolgte die feierliche Grundsteinlegung – dieser Grundstein ist noch heute mit folgendem Text auf dem Gelände zu sehen:
Als Deutscher Lehre / und Erziehung Hort / ward heut ein Bau mit diesem / Stein begonnen. 27. Januar 09 / 50. Wiederkehr des Geburtstags / Kaiser Wilhelm
Bis zur Einnahme Madrids im März 1939 war es Sitz des Instituto Ferrer, einer Reformschule, die an den Prinzipien der Escuela Moderna ausgerichtet und für die Kinder von Gewerkschaftsmitgliedern bestimmt war. Nach dem Sieg Francos kam das Gebäude wieder in deutschen Besitz und wurde bis zur deutschen Kapitulation im Mai 1945 als deutsche Schule genutzt. Zwischen 1940 und 1942 wurde es durch das Madrider Architektenbüro Kramreiter y Navarro erweitert und um eine Etage aufgestockt.
Verschiedene Abkommen zwischen dem Alliierten Kontrollrat und der spanischen Regierung regelten 1945 die Enteignung deutscher Vermögenswerte. So wurden auch die Madrider Immobilien konfisziert und später dem spanischen Staat zugesprochen. In das Gebäude zog 1950 das Instituto de Bachillerato Cervantes ein, eine Oberschule, die bis 1960 dort verblieb (heute: I.E.S. Cervantes). In der Folge der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Spanien und der Bundesrepublik Deutschland wurden die konfiszierten Gebäude 1959 an den deutschen Staat zurückgegeben.
Das Goethe-Institut Madrid: 1970 bis heuteIn den darauf folgenden Jahren stand das Gebäude leer. Schließlich zog hier - nach umfangreichen Umbauarbeiten durch die Architekten Schoebel und Bobran - im November 1970 das Deutsche Kulturinstitut, das spätere Goethe-Institut Madrid, ein. Das Institut war am 9. Oktober 1957 eröffnet worden und hatte zunächst seinen Sitz in einem Palais an der nahe gelegenen Plaza del Marqués de Salamanca Nr. 4.
Am 20. November 1977 war das Institut Ziel eines Bombenanschlages durch die linksextremistische Untergrundorganisation Grapo (Gruppe des antifaschistischen Widerstands 1. Oktober). Die Ostfassade in Richtung der Deutschen Botschaft, die seit November 1966 auf dem Nachbargelände untergebracht ist, wurde stark zerstört.
Im April 2005 wurde die Wiedereröffnung mit einem "Tag der offenen Tür" gefeiert.



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