Gebündelte Informationskompetenz – die Deutsche Internetbibliothek

Die Deutsche Internetbibliothek ist ein Serviceangebot von über 50 Bibliotheken, das bei der Suche nach verlässlichen Informationen im World Wide Web helfen soll: eine wichtige Alternative zu gängigen Suchmaschinen.
Eine Anfrage bei einer Suchmaschine generiert massenweise Treffer – das ist der ganz normale Alltag im Web. Und jetzt? Sich durch alle Links durchklicken? Von oben nach unten? Das kann dauern, denn die ersten Links auf der Liste sind keineswegs immer die besten.
Die Deutsche Internetbibliothek (DIB) stellt sich den alltäglichen Problemen bei der Informationssuche im World Wide Web, also der Informationsauswahl und der Qualitätskontrolle. Sie ist ein unabhängiges deutschsprachiges Portal, mit dessen Hilfe Internet-Nutzer einfach und schnell an qualitativ hochwertige Informationen gelangen. Die Deutsche Internetbibliothek ist ein Kooperationsverbund von mehr als 50 Bibliotheken und dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ). Das Angebot steht unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bibliotheksverbandes (DBV).
Hochwertige Links und großes Interesse
Unter www.internetbibliothek.de findet sich ein Linkkatalog, der von knapp 70 Lektorinnen und Lektoren aus öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland zusammengestellt und wöchentlich aktualisiert wird. Bei der Auswahl der Links spielen keine kommerziellen Aspekte, sondern lediglich die Qualität und die nutzerfreundliche Aufbereitung der Inhalte eine Rolle. Der Katalog bietet zu jedem Thema und Unterthema eine überschaubare Zahl geprüfter Links.
Zurzeit sind 6.661 Einträge verzeichnet. Sie sind nach 20 Themengebieten geordnet – von „Andere Länder & Reisen“ und „Eltern & Familie“ über „Gesundheit & Psyche“, „Job & Karriere“, „Kunst & Medien“ und „Natur & Umwelt“ bis hin zu „Recht & Gesetze“ und „Wirtschaft & Kapitalanlage“.
Bislang finden sich in der Deutschen Internetbibliothek nur deutschsprachige Links. In Zukunft sollen aber auch fremdsprachige Links – in erster Linie englische und französische – hinzukommen. Pro Monat werden zurzeit circa 114.000 Seiten des Link-Katalogs abgerufen: Das sind durchschnittlich 3.806 Seiten pro Tag.
Kooperatives Projekt
Hervorgegangen ist die DIB aus einem von der Bertelsmann Stiftung und dem DBV geförderten Projekt. Wichtige Vorbilder waren bei Projektstart das dänische Portal BiblioteksVagten (www.biblioteksvagten.dk) und die Internet Public Library (www.ipl.org) in den USA.
Nach Projektabschluss 2008 wurde die Deutsche Internetbibliothek an das Bibliotheksservice-Zentrum übertragen. Ihr Fundament sind allerdings die teilnehmenden Bibliotheken, die deutschlandweit mit ihrer aktiven Mitarbeit zur Realisierung eines frei zugänglichen Informationsportals im Internet beitragen.
Wie viel wiegt Schnee?
Wer über den kommentierten Link-Katalog der DIB nicht fündig wird, kann seine Fragen auch direkt stellen. Wie hoch ist der optimale Wert für die Luftfeuchtigkeit in Räumen? Woher kommt der Ausdruck „Hic Rhodos, hic salta“? Was versteht man genau unter Neuronalen Prozessen? Wann war im Juni 2006 in Ägypten Vollmond? Wie viel wiegt ein Kubikmeter Schnee? Die Deutsche Internetbibliothek beantwortet derartige und andere Fragen zu den unterschiedlichsten und oft auch erstaunlichsten Themen kostenlos. Mal sind es einfache Wissensfragen, häufiger jedoch komplexere Probleme, die eine aufwendige Recherche erfordern. Lediglich juristische und medizinische Fachfragen werden nicht bearbeitet.
Jeder, dem eine Frage auf den Nägeln brennt, kann diese über das Auskunftsformular der DIB stellen. Die Antwort wird dem Fragesteller innerhalb von zwei Werktagen per E-Mail zugeschickt. Darin erläutern die Bibliothekarinnen und Bibliothekare auch ihren Rechercheweg und lassen den Nutzer so an ihrer Informationskompetenz teilhaben.
Bibliothekarisches Engagement
„Zurzeit gehen pro Tag etwa 30 Fragen ein“, erklärt Nicole Dillschnitter vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden Württemberg. „Viel mehr könnten die Bearbeiterinnen und Bearbeiter der Deutschen Internetbibliothek neben ihren anderen Aufgaben in den Bibliotheken auch gar nicht bewältigen. Aber wir hoffen natürlich, dass sich immer mehr Bibliotheken an der DIB beteiligen und unsere Kapazitäten damit weiter steigen.“
Doch bereits jetzt ist die Deutsche Internetbibliothek der lebende Beweis dafür, dass die Bibliothekarinnen und Bibliothekare von heute gut ausgebildete Dienstleister sind, die ihren Kunden den Weg durch den Informationsdschungel weisen. Und eins ist klar: das Informationsportal ist eine wichtige Alternative im Netz, denn hier sind umfassende Antworten auf konkrete Fragen der ganz normale Alltag.
arbeitet als freie Publizistin in Bonn.
Copyright: Goethe-Institut e. V., Online-Redaktion
Juli 2009
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