Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt

Der Autor
wurde 1975 in München geboren, studierte Philosophie und Literatur und lebt in Wien. Im Rahmen eines Stipendiums lebte er zwei Monate in Mexiko-Stadt. Für seine Romane und Erzählungen, die in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Sein Roman Ich und Kaminski aus dem Jahre 2003 machte ihn auch international bekannt. Von dem großen Erfolg der Vermessung der Welt war der Autor selbst völlig überrascht. Am 19. November 2006 erhielt er in Berlin den Kleist-Preis, einen der bedeutendsten deutschen Literaturpreise.
Das Buch
Die Vermessung der Welt handelt von Leben und Werk des Naturforschers Alexander von Humboldt und des Mathematikers Carl Friedrich Gauß. Diese zwei herausragenden deutschen Wissenschaftler machten beide wegweisende Entdeckungen über die Beschaffenheit der Welt; in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Zugriff auf die Realität könnten sie aber nicht unterschiedlicher sein. Augenzwinkernd lässt uns Kehlmann in alternierenden Kapiteln ihren Kampf mit den Widrigkeiten der Umwelt und dem eigenen Ich verfolgen. Kehlmann selbst nennt seinen Roman „eine satirische, spielerische Auseinandersetzung mit dem, was es heißt, deutsch zu sein." Der Roman war einer der Höhepunkte des Buchherbstes 2005. Die Kritiker zeigten sich durchgängig beeindruckt und sprachen von einem „in jeder Hinsicht bemerkenswerten“ Roman, der den Leser zum Lächeln, zum Seufzen und zum Stirnrunzeln bringt. Auch das Lesepublikum ist begeistert: über Monate stand der Roman auf den Bestsellerlisten des deutschen Buchhandels. Die Übersetzung von Rosa Pilar Blanco erschien im Oktober 2006 mit einer Förderung des Goethe-Instituts im Verlag Maeva.
Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt. Berlin: Rowohlt, 2005. 300 S. ISBN 3-498-03528-2
Die Romanhelden
Daniel Kehlmann sagt über seinen Roman: „Ich wollte schreiben wie ein verrückt gewordener Historiker“ und betont damit den spielerischen Umgang mit der historischen Überlieferung in der Fiktionalität seines Romans. Historisch belegt ist das persönliche Zusammentreffen von Humboldt und Gauß 1828 in Berlin auf dem von Humboldt organisierten Deutschen Naturforscherkongress.
Alexander von Humboldt (1769-1859) hatte zu diesem Zeitpunkt seine große Forschungsreise nach Amerika (1799-1804) bereits hinter sich. Bevor er in die Neue Welt aufbrechen konnte, kam er 1799 nach Spanien, um für seine Reise einen Freibrief von König Karl IV. zu erhalten. Während dieses Aufenthaltes führte er geologische, botanische und klimatologische Untersuchungen mit den modernsten Messinstrumenten seiner Zeit durch. Dadurch trug er maßgeblich zur geographischen Erforschung und Vermessung der iberischen Halbinsel bei. Humboldt wurde nach seiner Rückkehr nach Berlin durch seine anschaulichen Forschungsberichte zu einer berühmten und geachteten Persönlichkeit.
Carl Friedrich Gauß (1777-1855) sagte von sich selbst, dass er als Kind früher Rechnen als Sprechen lernte. Er gilt noch heute als einer der besten Mathematiker aller Zeiten. Er beschäftigte sich mit Zahlentheorie und Astronomie; ca. 20 Formeln und Gesetze sind nach ihm benannt. Die Reise 1828 nach Berlin war eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen Gauß seine heimatliche Gegend um Braunschweig und Göttingen verließ.










