Berliner Verhältnisse
Das Buch
Mario ist 32 Jahre alt und wohnt mit seinen Mitbewohnern in einer Wohngemeinschaft in der Adalbertstraße in Berlin-Kreuzberg. Er hält sich mit Scheckbetrug über Wasser, lässt ab und zu im Delikatessengeschäft um die Ecke etwas mitgehen und ist eigentlich ganz zufrieden mit seiner bescheidenen WG-Existenz. Aber eines Tages reicht es ihm: er kann weder das Kusturica-Geklimper noch den Geruch nach Essen, den die illegalen rumänischen Nachbarn in der WG-Küche verbreiten, noch länger ertragen. Zusammen mit seinen Mitbewohnern beschließt er, die Rumänen loszuwerden und ihnen ihre Löhne, auf die sie warten, einzutreiben, damit wieder Ruhe in die WG einkehrt. Doch dies zieht unvorhergesehene Ereignisse nach sich…
Die Arbeit der WG als Inkasso-Unternehmen bringt zwar viel Geld ein, doch gleichzeitig distanzieren sich Mario und seine Freunde, die alle unterschiedliche Ambitionen haben, auch voneinander. Mit einem Mal steckt er mitten in einem großen Chaos, hervorgerufen durch seine Familie und seine „Arbeit“ und zu allem Unglück ist er auch noch drauf und dran, sich in die unkonventionelle Ladenbesitzerin Melek zu verlieben.
Dieser Roman spielt ca. 20 Jahre nach dem Mauerfall und erzählt nicht nur eine simple Geschichte über Geld, Freundschaft, Liebe und Glück. Vielmehr präsentiert er uns Berlin aus einem völlig neuen Blickwinkel – nämlich von unten. Bissig und ironisch überspitzt wird dargestellt, wie sehr die Berliner Unterschicht in ihrem Alltag nach wie vor mit den Folgen der Teilung Deutschlands zu kämpfen hat.
Raul Zelik: Berliner Verhältnisse. München: Blumenbar Verlag, 2005. 317 S.
ISBN 3-936738-18-1
Die Übersetzung ins Spanische erschien im Frühjahr 2009 beim Verlag Txalaparta.
Der Autor
Raul Zelik wurde 1968 in München geboren. Von 1990 bis 1995 absolvierte er sein Studium der Politikwissenschaften und der Lateinamerikanistik, welches er durch regelmäßige Reisen nach Lateinamerika begleitete. Durch seine journalistischen Tätigkeiten sowie seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen genießt er auch als Politikwissenschaftler ein hohes Ansehen und hat seit 2005 einen regelmäßigen Lehrauftrag an der FU Berlin. Sein Roman Berliner Verhältnisse wurde 2005 für den Deutschen Bücherpreis nominiert und 2006 im Maxim-Gorki-Theater in Berlin aufgeführt. Auf Spanisch liegt von ihm der Roman La Negra vor, Der bewaffnete Freund wurde 2009 ins Baskische übersetzt. Raul Zelik lebt und arbeitet seit 1989 in Berlin.










