Alexander Kluge zum 75. Geburtstag
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Nach seiner Promotion in Recht 1956 wandte Kluge sich, angespornt von seinem Professor Theodor W. Adorno, dem Film zu und assistierte der Regielegende Fritz Lang. Im Jahre 1962 erschienen sowohl Kluges erster Prosaband Lebensläufe als auch das Oberhausener Manifest. In dieser kurzen Mitteilung erklärten 24 junge Filmemacher wie Kluge, Edgar Reitz und der Initiator Haro Senft anlässlich der Oberhausener Kurzfilmtage den „konventionellen deutschen Film“ für tot. Dieses Ereignis gilt bis heute als Startschuss für das deutsche Autorenkino, das, besonders unter dem Eindruck der französischen Nouvelle Vague, mit dem eskapistischen Nachkriegskino zu brechen suchte.
Gesellschaft und Zeitgeschichte als beherrschende Themen
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Ein zweites Thema, das Kluge immer wieder untersucht, ist der Zweite Weltkrieg, sowohl in den Filmen als auch in der Literatur. Darüber hinaus befasst er sich mit deutscher Zeitgeschichte im Allgemeinen, ebenfalls sowohl im Kino als auch in seiner Prosa, die Kluge zum Teil als Vorlage für die Filme verwendete und parallel veröffentlichte.
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Literat, Filmtheoretiker und Publizist
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Kluge hat sich schon früh an medienpolitischen Weichenstellungen beteiligt. Nach dem Oberhausener Manifest gehörte er zu den Gründern des Kuratoriums Junger Deutscher Film, der ersten erfolgsunabhängigen Filmförderung in Deutschland. Bedeutend war auch seine Mitarbeit am Film-/Fernseh-Rahmenabkommen von 1974, das den Filmemachern die Ausstrahlung ihrer Werke im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und auch eine Co-Finanzierung der Filme zusicherte. Außerdem ist auf seine Initiative hin das Institut für Filmgestaltung in Ulm gegründet worden, die erste deutsche Ausbildungsstätte für Film.
Fernsehpräsens
Wesentlich ist auch Kluges Beitrag zum kulturellen Gehalt des deutschen Fernsehens. Sein Einstieg ins Fernsehgeschäft fällt ausgerechnet mit der Etablierung des Privatfernsehens in Deutschland zusammen. Ihm gelang es, den Rundfunkstaatsvertrag dahingehend mit zu beeinflussen, dass die kommerziellen Sender Nischenprogramme dritter Anbieter zulassen mussten. Kluge besetzte daraufhin ab 1988 einige dieser Nischen mit der von ihm gegründeten Produktionsfirma dctp.
Die Firma mit Sitz in Düsseldorf produziert seither Reportageformate wie Spiegel TV, Stern TV und Süddeutsche Zeitung TV, aber auch eigenwillige Magazine wie News & Stories, 10 vor 11 und Prime Time, die zum Teil nur aus Gesprächen zwischen Kluge und einem Gast bestehen, in einer einzigen Einstellung aufgenommen, angereichert und verfremdet durch Bild- und Toncollagen. Manchmal ist dieser Gast sogar ein Darsteller, etwa der Produzent Peter Berling, der fiktive Figuren der Zeitgeschichte improvisierend spielt.
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| Alexander Kluge 1932 in Halberstadt geboren, Studium der Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik Aktuelle Buchveröffentlichung: DVD-Collection: Auswahl von Preisen und Auszeichnungen: Literatur: Medien: |
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Februar 2007
















