
Mit seinem graumelierten Bart, dem breitkragigen Hemd, den sprühenden Augen und dem für ihn typischen weißen Hut mit schwarzem Band gleicht Jürgen Alberts einem Drehbuchautor aus Hollywood. Er ist aber 1946 im deutschen Baby-Boom der Nachkriegszeit geboren und in diesem Land aufgewachsen: ein Studium der Germanistik, Politikwissenschaften und Geschichte in Tübingen und Bremen, und lange Jahre im Journalismus haben ihm die intellektuelle Grundlage und die Lebenserfahrung ermöglicht, die das Gerüst eines guten Kriminalromans ausmachen.
Dennoch hat ihm gerade ein Buch, dessen Handlung außerhalb von Deutschland spielt, die erste Anerkennung eingebracht: in Landru konstruiert Jürgen Alberts mit der Geschichte des "Monsters von Gambay" eine düstere Politmaschinerie, die so überzeugte, dass das "Syndicat" - die Vereinigung deutscher Krimiautoren - ihm 1998 den Preis für den besten Kriminalroman verlieh. Seitdem schrieb Alberts ungefähr fünfzehn Romane, die sich mit seinem Helden J.B. Cool befassen, und mehrere "politische" Arbeiten - u. a. Der Anarchist von Chicago. Eine tatsächliche Begebenheit aus dem 19. Jahrhundert wählt Jürgen Alberts als stoffliche Grundlage, um die Technik wieder aufzunehmen, die den Erfolg von Landru gesichert hatte: eine Mischung aus Kriminalroman und historischer, politischer und gesellschaftlicher Studie, die durch einen kraftvollen Stil und eine detailliert ausgearbeitete Struktur unterstützt wird.
Der 1946 in Kierchen an der Sieg geborene Jürgen Alberts lebt und arbeitet heute in Bremen.







