Ani, Friedrich

Friedrich AniFriedrich Ani, 1959 in Kochel am See geboren, Absolvent der Drehbuchklasse an der Film- und Fernsehhochschule München, gehört zu den in letzter Zeit meistbeachteten Krimiverfassern der um 1960 geborenen deutschen Autorengeneration. Der lässige Mitvierziger, mit Stoppelbart und langen Haaren, hat bereits eine eindrucksvolle Biographie aufzuweisen: fünf Kriminalromane, zehn Gedicht- und Novellensammlungen, ein halbes Dutzend Fernsehdrehbücher, ein paar Hörspiele und einige Theaterstücke.

Wie viele seiner Kollegen begnügt sich Ani nicht damit, Krimis allein aus Freude am Kriminalroman zu schreiben, sondern fügt eine gehörige Dosis an gesellschaftlicher und politischer Problematik - besonders aus der Welt der Kinder und Jugendlichen - hinzu. In seinem 2000 erschienenen Roman Durch die Nacht, unbeirrt, handelt es sich um Jugendliche im Konflikt mit der Erwachsenenwelt: ein junger Gymnasiast trifft auf die Eltern einer seiner Freundinnen, die mit 14 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben ist, nachdem sie Extasy genommen hatte, um zu vergessen, dass ihr Vater und ihre Mutter versucht hatten, sie zum Dreh eines Pornofilms zu bewegen. In German Angst, erschienen 2001, spricht Ani den Rechtsextremismus, die Gewalt und die Art, wie Ausländer in Deutschland behandelt werden, an- ein Thema, das ihn als Sohn eines Syrers betrifft. Für diesen Roman wurde ihm der Glauser-Preis der Kriminalliteratur verliehen. Seine Eindringlichkeit zeigt, dass Friedrich Ani sein Gebiet bestens kennt: in den 80er Jahren ist er für die kriminalistische Rubrik zweier Zeitungen, u.a. der Süddeutschen, mehrere Jahre lang auf den Straßen Süddeutschlands unterwegs gewesen.

Olivier Mannoni
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