
Jakob Arjounis Blick lässt ihn ebenso dickköpfig und entschlossen scheinen wie den Helden seiner Romane, Kayankaya, eine Figur, die er sich ausgedacht hat, als er sich mit 19 Jahren in Südfrankreich aufhielt, ohne jemanden zu kennen, geschweige denn die Sprache zu beherrschen. "Im Grunde, erklärt er, ist Kayankaya ja nur jemand, der nicht will, dass man ihn aufgrund seines Äußeren oder seiner Herkunft beurteilt. Er ist Frankfurter, hat einen türkischen Namen und türkische Eltern; und er möchte nur arbeiten, Bier trinken und eine Freundin haben." Der Ärger, den ihm sein Akzent und seine Herkunft einbringen, ist für eine ganze Reihe Abenteuer verantwortlich.1964 in Frankfurt geboren, in einer "Familie freiheitlich gesinnter 68er", hatte Jakob Arjouni sofort Erfolg mit Happy Birthday, Türke!. Auch wenn die Probleme Rassismus und Fremdenfeindlichkeit immer durch seine Figur zum Ausdruck kommen, weiß Arjouni seine Szenarien gleichfalls an die Gegenwartsgeschichte anzubinden. Das ist zum Beispiel in Kismet der Fall, wo er direkt den jugoslawischen Bürgerkrieg anspricht. Sein besonders eindringlicher Stil verleiht seinen Romanen eine Anziehungskraft, die sie mit gut zwanzig Übersetzungen über die deutsche Grenze hinausgetragen hat, von Amerika bis nach Italien über Frankreich, wo die Kritiker ihn mit außergewöhnlichem Lob bedacht haben : "der Störenfried des deutschen Literaturbetriebs" (Livres-Hebdo), "Der Krimi, mit dem Skalpell gehandhabt" (Le Monde).
Olivier Mannoni







