Berndorf, Jacques

Die Eifel ist eine ganz besondere Gegend in Deutschland, eine Verlängerung der Ardennen, ein Stückchen Vulkan- und Schiefergebirge, in der extreme Armut neben Thermalbädern zu finden ist. Dort siedelt der 1936 geborene Journalist Michael Preute seine Kriminalromane an. Diese Gegend hat ihm sogar sein Pseudonym gegeben: Berndorf ist der Name eines Ortes, wo er vor vielen Jahren für eine Spiegel-Reportage wohnte, und wo er sich, wie er Der Welt gegenüber äussert, "in diese karge Landschaft verliebt hat". Das Dorf hat ihn vom Schreiben großer Reportagen abgebracht, von einem Beruf, der ihn in die Kampfgebiete der ganzen Welt führte - und es hat ihm den Alkohol abgewöhnt.

Seine Romane spielen alle in der Eifel und man trifft immer wieder denselben Inspektor, Siggi Baumeister. In diesem friedlichen und einsamen Rahmen gelingt es Preute, alias Berndorf, sämtliche Arten von Intrigen, Morden und Vergiftungen in Szene zu setzen. Einmal handelt es sich um eine dunkle Affäre mit heimlichen Bohrungen nach Quellwasser, die Serienmorde auslöst, andere Male handelt es sich um Sittendelikte. Er ist gewissermaßen ein Maigret der deutschen Ardennen, dem es darauf ankommt, im Roman die Gewalt seiner Epoche zu beschreiben: eine Eigenart, berichtet Die Welt, die ihn schon in seinen journalistischen Anfängen charakterisierte, als er sich als Reporter des Duisburger Lokalteils stundenlang Zeit für die Befragung eines vorgeblichen mutmaßlichen Mörders nahm, um zu verstehen, was einen Menschen zum Töten bewegen konnte. Mit mehr als 10 Eifel-Krimis bemüht sich Jacques Berndorf seitdem, dieses seinen Lesern zu vermitteln.

Olivier Mannoni