
Im Reich der Krimis sind stille Wasser tief. Da ist zum Beispiel Eberhard Hungerbühler: ein friedlicher, 1938 in der Nähe von Tübingen geborener Bürger, ehemaliger Chefredakteur einer Zeitschrift für Warentests, bevor er sich in Stuttgart als anerkannter Korrespondent des Wochenmagazins Der Spiegel niedergeließ. Mit seinem freundlichen Lächeln und seiner schönen Krawatte zum dunklen Anzug würde man ihm uneingeschränkt vertrauen.
Und läge damit völlig falsch. Denn der gemütliche Hungerbühler spielt ein doppeltes Spiel: seit 1977 widmet er seine Freizeit unter dem Pseudonym Felix Huby dem Kriminalroman; mit Erfolg, denn er wurde schnell zu einem der meistbeschäftigten Drehbuchautoren des deutschen Fernsehens. Auch da spielte er zuerst einmal mit verdeckten Karten, indem er zum Beispiel an "Soapoperas" für gelangweilte Hausfrauen arbeitete. Das Naturell dieses Autors hat allerdings schnell wieder die Oberhand gewonnen. Au Beginn der 90er Jahre schuf er eine der Figuren seiner Kriminalgeschichten, den Kommissar Bienzle, der, laut der offiziellen Biographie Hubys, eine "typisch schwäbische" Art hat, kriminelle Angelegenheiten zu regeln. Bienzle ist eine der Hauptfiguren der berühmten Fernsehserie Tatort geworden. Sein Allround-Talent und sein Arbeitseifer hindern Huby nicht daran, in seinen Fernsehfilmen Routinetechniken umzusetzen und eine Schwarzweißmalerei zu praktizieren, die der Berliner Zeitung zufolge selbst den Fernsehzuschauern erlaube, ihre Telefongespräche zu führen, ohne dabei den roten Faden zu verlieren. 1999 wurde Huby ein "Ehrenglauser" für sein Gesamtwerk verliehen.







