Pirinçci, Akif

Akif PirinçciMan könnte mit der Bemerkung beginnen, dass Akif Pirinçci - wie es sein Name andeutet und sein Geburtsdatum (1959) bestätigt - zu der Generation deutscher Schriftsteller ausländischer Herkunft gehört, die seit gut zwanzig Jahren einen frischen Wind in der Literatur ihres Adoptivlandes wehen läßt. Doch damit hätte man bei weitem nicht das Wesentliche über diesen Autor von Katzenkrimis gesagt. Doch, doch, Katzen, Sie haben richtig gelesen. Francis, der Held seiner Romane, ist eine Detektivkatze, die ihre Geschichten in der Ich-Form erzählt und bei Kerzenschein der Callas lauscht, wenn sie nicht gerade ein gutes Buch liest, auf den Schultern Gustavs, ihres "Herrchens" sitzend, - wenn man einen fünfundfünfzigjährigen Kerl von zweihundertsechzig Pfund überhaupt so bezeichnen könnte.

Im übrigen: wie der Detektiv sind auch die Opfer seiner Kriminalgeschichten Katzen. In Gustavs und Francis' Viertel macht sich eine Art Vampir über streunende Katzen und Hunde her und hinterlässt auf ihren Hälsen ein sehr merkwüdiges Halsband. Francis leitet die Untersuchung, verfolgt den Schuldigen in widerwärtigen Kanalisationen, in mit Piranhas angefüllten Aquarien oder auf dem Schlachtfeld eines möglichen Kriegs zwischen Hunden und Katzen - und entdeckt zu guter Letzt, dass der Mörder weitaus schlimmer ist als ein Tier.

Pirinçcis Humor, sein lebhafter und sarkastischer Stil haben ihm sehr schnell internationalen - und verdienten - Erfolg beschieden. Er wurde mittlerweile in ungefähr zwanzig Sprachen übersetzt, darunter ins Französische. Und alles deutet darauf hin, dass seine schlauen Tiere noch eine Weile lang unsere Bücherregale heimsuchen werden.

Olivier Mannoni