Bernd Kissel

Biografie - Bernd Kissel

Schon mit zarten 14 Jahren wurde eine Zeichnung von Bernd Kissel in der Saarbrücker Zeitung abgedruckt: Eine politische Karikatur, die sich mit einem Streik der damaligen Gewerkschaft ÖTV beschäftigte. Dies war im Jahre 1992 und gleichzeitig die Grundsteinlegung für sein heutiges Schaffen.

Weitere politische Karikaturen für die Saarbrücker Zeitung folgten.
Nach Abitur und Zivildienst begann er in Luxemburg eine Ausbildung zum Trickfilmzeichner am Lycée Technique des Arts et Métiers. Nach dem Abschluss im Jahre 2000 folgte dann ein Engagement im luxemburgischen Trickfilmstudio Studio 352, wo er als Background- und Propdesigner an Fernsehserien wie Strawberry Shortcake, Inspector Gadget oder Liberty’s Kids arbeitete.

Parallel dazu zeichnete Kissel Cartoons für die monatlich erscheinende Zeitschrift Schrot&Korn.

Sein erster veröffentlichter Comic war eine Adaption des Grimm’schen Märchens Der Eisenhans, die in Zusammenarbeit mit Flix entstanden ist (Zwerchfell Verlag, 2006).

Der Durchbruch kam mit dem nächsten Projekt, den SaarLegenden. Diese Serie erschien zunächst als wöchentlicher, einseitiger Zeitungsstrip. Er beschäftigte sich mit den Sagen und Legenden des Saarlandes und der angrenzenden Gebiete Lothringen, Elsass und Rheinland-Pfalz. Genau 100 Folgen erschienen jeden Samstag in der Saarbrücker Zeitung. Später wurden sie alle in Buchform veröffentlicht (Geistkirch, 2007, 2008 und 2009).
Knapp 10.000 verkaufte Exemplare der SaarLegenden-Bücher machten diese Serie zum Bestseller. Lesungen und Buchvorstellungen im ganzen Saarland und auch in Berlin folgten.

Nach diesem Erfolg orderte die Saarbrücker Zeitung eine Folgeserie. Im SaarlandAlbum nahm sich Kissel die faszinierende und abwechslungsreiche Geschichte des Saarlandes vor und erzählte unter anderem von der eigenen saarländischen Fußballnationalmannschaft oder vom Gewinn des „Grand Prix“ durch die Saarländerin Nicole. Das Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen spielte auch hier eine wichtige Rolle, war das Saarland doch immer wieder, sowohl kulturell, als auch politisch, mit Frankreich verbunden.

Für Bernd Kissel bestand, im Gegensatz zu den adaptierten Sagen und Legenden, bei dieser Serie die Herausforderung darin, die Geschichten selbst zu schreiben. Unterstützung erfuhr er durch seinen Freund und Kollegen Flix, der ihm mit Rat und Tat zur Seite stand.
Auch diesmal erschien die Serie im wöchentlichen Rhythmus bevor alle 70 Folgen später ebenfalls in Buchform veröffentlicht wurden (Geistkirch, 2011).

Während der Vorstellung des zweiten Bandes der SaarLegenden wurde der Schulbuchverlag Cornelsen aufmerksam auf seine Comics. Kissel wurde beauftragt, zusammen mit einem Münchner Autorenpaar, eine Comicserie zu entwickeln, mit deren Hilfe deutsche Schüler Französisch lernen können.

Das Ergebnis war die Serie Faim d’Histoire (Cornelsen, 2009, 2010, 2011) die mittlerweile bei ihrem vierten Teil angelangt ist. Wichtige Stationen der französischen Geschichte, wie der Bau der Kathedrale „Notre Dame“ oder die „Campagne d’Égypt“ Napoleon Bonapartes werden in dieser Serie thematisiert. Nach dem Erfolg dieses Projektes entschied sich Cornelsen eine weitere Serie, diesmal für den Englischunterricht, in Auftrag zu geben. iStory-Time heißt dieser Sprachcomic, der ebenfalls fortgeführt werden soll.

Anfang 2012 wurde Bernd Kissel von der Redaktion Fernsehspiel des ZDF beauftragt eine Comicversion des Privatdetektivs Finn Zehender zu entwickeln. Der erste Finn Zehender-Krimi (Mörderisches Wespennest), der im Februar 2012 über 6 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockte, wurde als Comic fortgeführt werden um das Terrain für die TV-Fortsetzung (Tod einer Brieftaube) zu bereiten. Heraus kam ein von Bernd Kissel selbst geschriebener Online-Krimi Tödliches Wolfsrudel, der in elf Folgen die aus dem Fernsehfilm bekannten Charaktere ermitteln ließ. Eine Fortsetzung wird gerade angedacht.

    Buchtipp:
    Bestimmt wird alles gut

    © Klett Kinderbuch 2016
    Eine wahre Erzählung über zwei syrische Flüchtlingskinder und ihre Flucht nach Deutschland