Lesen - Die Deutschen und junge Visionäre

Jugend in Zukunft – heute das Morgen denken

EnJack-Jacke; Copyright: ENBW AG Ein Kühlschrank, der selbst merkt, wenn die Milch leer ist und natürlich auch neue Milch holt; eine Multifunktionsjacke, wo der MP3-Player direkt angeschlossen und das Handy aufgeladen wird: Visionen von Jugendlichen, entwickelt im Rahmen der bundesweiten Innovationsinitiative Jugend denkt Zukunft. Die „Just more“, so der Name der Multifunktionsjacke, bekommt ihre Energie nur aus der Bewegungsenergie des Menschen der sie trägt. Außer der Technik sind auch Energie- und Umweltfragen ein Aspekt, wenn Jugend "heute das Morgen denkt". Die zunehmende Globalisierung und demographische Entwicklung des Landes sind genauso ein Thema wie Generationen-Gerechtigkeit, Bildung und Sicherheit.

Kein Science Fiction-Roman

Albert-Einstein-Schule; Thema: Hygienepapier im Jahr 2020; Copyright: IFOK GmbH Aber wie sieht die Zukunft für junge Menschen in Deutschland aus? Die Vorstellungen der Jugendlichen sind kein Science Fiction-Roman. So meint zum Beispiel eine junge Berlinerin, dass das Familienleben eher wieder traditioneller wird – aber ohne das traditionelle Rollenverständnis. Und sie glauben, dass wir in der Arbeit unseren Kopf mehr benützen werden. Ihre eigene Zukunft schätzen junge Menschen zwischen 12 und 25 Jahren recht positiv ein. In Ost- und Westdeutschland blicken etwas mehr als fünfzig Prozent optimistisch auf die nächsten Jahre, und weniger als zehn Prozent haben eine eher negative Vorstellung von ihrer persönlichen Zukunft.

Zukunft selbst gestalten

Copyright: adpic.de Die Zukunftsforschung beschäftigt sich mit Zukunftsfragen. Sie macht keine Vorhersagen sondern sie sehen in die Gegenwart und in die Vergangenheit und versuchen so ein mögliches Bild der Zukunft zu machen. Diese Zukunftsbilder helfen uns handeln zu können. Können wir die Zukunft machen? Prof. Dr. Rolf Kreibich, Direktor des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin, glaubt: ja. Und er meint, der Einzelne ist das wichtigste Element in dem ganzen Konzept: "Wenn der Einzelne nicht handelt, dann passiert nichts. - Und wir sollten nicht immer glauben, dass alles von oben kommt, von der Politik und der großen Wirtschaft." Denn jeder entscheidet selbst, wo er einkauft, welches Auto er fährt und vieles mehr.

Lebenslanges Lernen

GoGear Jukeboxen, Copyright: Philipps Electronics Ein großer Teil der Jugendlichen in Deutschland sieht die berufliche Zukunft negativ. In einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung im Juli 2005 sagten 45%, dass sie nicht sicher sind, ob sie nach der Schule einen guten Job finden. Prof. Dr. Rolf Kreibich sagt aber: Jugendliche mit Sprachkenntnissen und einer guten Ausbildung haben mit Sicherheit gute Jobaussichten. Für weniger gut ausgebildete Jugendliche sieht die Zukunft allerdings nicht so gut aus. Also ist Lernen für die Zukunft angesagt.

Originalartikel
Brigitte Hagedorn
arbeitet als freie Hörfunkjournalistin in Berlin.
Copyright: Goethe-Institut e. V., Online-Redaktion
Januar 2006
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Fragen zum Text

    Weblog: Rorys Berlin-Blog

    Rory MacLean Weblog
    Wie lebt man sich in Berlin ein? Reiseschriftsteller Rory MacLean beschreibt sein neues Zuhause mit Scharfsinn und Humor.

    Weblog: „Meet in Finland“

    Unter „Meet in Finland“ können Sie lesen, was Autoren und Künstler, die auf Einladung des Goethe-Instituts eine längere Zeit in Finnland verbringen, dort erleben.