Militär-diplomatische Mission 1918

Einleitung:

Die politische Aktivität Deutschlands in Georgien während des 1. Weltkriegs war nur von sehr kurzer Dauer, so dass Schlussfolgerungen über deren Auswirkung und Aussichten relativ schwierig sind. Die Hoffnung der Georgier, durch den Sieg Deutschlands über Russland die eigene Unabhängigkeit zu erreichen sei, sollte sich im letzteren Punkt bewahrheiten. Deutschlands Ziele in Georgien waren zum einen der Erhalt des Gebietes und zum anderen die Angliederung an Deutschland durch Wirtschaftsbündnisse und Militärkonventionen. Des Weiteren wollte Deutschland den pantürkischen Bestrebungen einen Riegel vorschieben. Diese Ziele waren nur durch eine Unabhängigkeit Georgiens möglich, so dass sich eine große Schnittfläche der deutschen und georgischen Interessen herauskristallisierte. Als die Türken in Batumi eindrangen und das Gebiet besetzten, kam der Zeitpunkt, an dem Deutschland aktiv in das Geschehen eingreifen sollte. Deutschland und Georgien unterzeichneten ein Abkommen, in dem die Sicherung der georgischen Grenzen zugesagt wurde und Deutschland eine vermittelnde Rolle zwischen Georgien und Russland einnehmen sollte. Somit war Deutschland der Taufvater der georgischen Unabhängigkeit, die bis 1921 andauerte. Um die in dem Abkommen erklärten Absichten durchzusetzen, schickte Deutschland 3000 Soldaten nach Georgien.