Kulturen des Wahnsinns
Spekulantenwahn - Zwischen ökonomischer Rationalität und medialer Imagination
15.10. - 12.11.2013
Arsenal – Institut für Film und Videokunst, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin
Telefon: +49-30-26955-100
Kino und Spekulation bringen imaginäre Räume hervor und sind gleichermaßen von Phantasmen und Täuschungen heimgesucht, die die Grenzen zwischen Ästhetik und Ökonomie verschwimmen lassen. So war der Film von Anfang an das ideale Medium für die Inszenierung derjenigen Bereiche des Ökonomischen, die sich einer rein rationalen Ordnung und Berechenbarkeit entziehen, in der Spiel, Lust und das Imaginäre das Handeln überlagern. Für das Kino stellen die Visualisierung unsichtbarer Geldströme und der Börsenspekulation eine besondere Herausforderung dar. Nicht zuletzt sind Ökonomie und Spekulation durch die aktuellen Turbulenzen der Finanzmärkte als Sujet medialer Repräsentationen wiederentdeckt worden. Ebenso wie das Kino gerät zu Beginn des 20.Jahrhunderts die Figur des Spekulanten in das Blickfeld von Psychiatrie und Psychologie, um den vermeintlichen Gefahren des Spekulantenwahns, der Paniken und Manien auf die Spur zu kommen. Die Börse als Schauplatz des individuellen und kollektiven Spekulantenwahns, der lokale Eigensinn dieser Institution, ihrer Akteure, Gesten, Stimmen und Körper bilden Facetten einer „Magie der modernen Finanzwelt“, die gleichsam als das ökonomische Imaginäre der Spekulation ein umfangreiches Bildrepertoire hervorgebracht hat.
Die Filmreihe des Goethe-Instituts im Kino Arsenal, kuratiert von Florian Wüst findet in Verbindung mit einer Konferenz der DFG-Forschergruppe „Kulturen des Wahnsinns“ am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität Berlin statt. Konzeption und Koordination Dorothea Dornhof, Christina von Braun, Ulrike Heringer Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin.
Auf der Tagung und mit der begleitenden Filmreihe werden Fragen der Visualisierung von sicht-/unsichtbaren, wahnhaften Spuren finanzieller Ströme und der Spekulation nachgegangen. Dabei soll das Verhältnis von Börse und Kino sowohl kulturgeschichtlich als auch in der Verschränkung von filmwissenschaftlicher und medienökonomischer Perspektive diskutiert werden.




