Wagnis der Erinnerung

Die Wespe

  • Auszug: Gelesen auf Türkisch von der Autorin
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  • Auszug: Übersetzung auf Deutsch
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Eine Kurzgeschichte der türkischen Schriftstellerin Müge İplikçi in einer Übersetzung von Monika Demirel.

Sie murmelte: »Eine Wespe war’s! Ach, Junge, ach!«

Die Frau wartete. Sie strich dem Jungen, der seit gestern Fieber hatte, über die Stirn. Seit Stunden trug sie diese Fieberlast auf ihrem Rücken. Ihr müder Atem reichte jedoch nur bis hierher. Es war klar, dass sie so nicht würden weiter marschieren können. Wenn es doch nur hier zu Ende wäre! Das wünschte sich die Frau von ganzem Herzen. Müde war sie, todmüde, und nur noch Haut und Knochen. Und jetzt das noch! Wo sie sich selbst kaum auf den Beinen halten konnte, hatte sie auch noch den Jungen auf dem Rücken getragen. Aber sie war fertig. Jetzt musste sie warten. Sie musste.

Zumindest bis der Junge wieder auf die Beine käme … Sie sah das Fieber, das sich im Körper des Jungen einnistete, der unter einem kümmerlichen Walnussbaum im brütend heißen Schatten der Augusthitze lag. Auf einmal Geräusche. Grillen, die pausenlos zirpten. Selbst wenn seine Großmutter gemeint hatte: »Lass uns auch bleiben«, hatte die Frau doch abgelehnt: »Nein, wir verschnaufen ein wenig, dann holen wir euch schon wieder ein.«

Die Großmutter war so wie immer. Herzensgut, beschützend, hilfsbereit. So war sie stets. Ein Engel ohne Flügel. Die Großmutter hatte ein goldenes Herz, unter dem die Frau erdrückt wurde; häufig erstickte es sie, es brachte sie um. Vor allem, nachdem alle gegangen waren, ein Tod den nächsten und eine Trauermeldung die nächste jagte, und sie allein im Haus zurückgeblieben waren. Sie war nicht wie eine Schwiegermutter, sondern wie eine Mutter, nicht wie eine alte Frau, sondern wie eine Gleichaltrige, nicht wie die Mutter ihres Ehemannes, sondern wie eine Blutsverwandte. Auf eine gute Tat folgte die nächste. Für die Frau war Güte mittlerweile ein Kerker, Armut, Sklaverei … Essen kochen, Betten frisch beziehen, sich um die Kinder kümmern, aufräumen … All das übernahm die Großmutter. Fürsorglich, verständnisvoll, gutwillig, mit Liebe. Dabei war es Leben, das die Frau mehr als alles andere brauchte. Man hatte ihr die Luft geraubt, die sie mit ihrem Mann eingeatmet hatte, die Intimität des Zuhauses war durch die frühen Tode ausgelöscht, Hoffnungen waren verbraucht, Träume zerplatzt. Dass die Großmutter ihre schützenden Arme ausbreitete, raubte ihr den Atem, ließ sie keine Luft bekommen. Die Frau war nicht einmal dreißig Jahre alt. Trotzdem war sie am Ende. Nach den zahlreichen Spielen, die das Schicksal mit ihr gespielt hatte, wirkte sie, als vermisste sie das Böse um sie herum. Sie schämte sich, weil sie so fühlte, konnte sich des Gefühls aber nicht erwehren. Sie seufzte tief. Behutsam hob sie die Schultern und senkte sie wieder.

Der Junge wimmerte vor Fieberkrämpfen, die seinen ganzen kindlichen Körper durchfuhren. Wieder murmelte die Frau: »Ach, Junge, ach!« Aber das Fieber hatte nun mal Besitz von ihm genommen. Die Frau schöpfte ein wenig Wasser aus dem Henkelbecher und strich es dem Jungen über die glühende Stirn. Seine Haut war so heiß, dass sie das Wasser sofort aufnahm; zurück blieb die trockene Hand der Frau. Mit der gleichen Hand strich sie ihm immer über die Haare, zu Hause in Edirne, in dem Zimmer im oberen Stockwerk, im rußigen Schein der Öllampe, das die Nacht unterbrach, während sie ihm Schlaflieder summte. »Ach …«

Der Junge vernahm die Stimme aus den lebhaften Erinnerungen, die er durch die Schwermut verloren hatte, weil man seit Tagen unterwegs war. Als sie ihn rief, war es, als würde seine Mutter ihn durch den in der Küche aufsteigenden Dampf ansehen. Die Mandelplätzchen waren frisch aus dem Ofen gekommen und versüßten das Bild mit ihrem Dampf. Es war das muntere Zittern des Puderzuckers, der von den Plätzchen aufstob, der Moment, in dem das Fett das Mehl, den Zucker und das Leben berührte. Ein tiefer, schneller Atemzug brachte den ganzen Körper des Jungen sanft zum Beben. Seit geraumer Zeit atmete er so ein und aus. Hasserfüllt schnippte die Frau die Ameisen weg, die den kleinen Webteppich überquerten, auf dem sie saßen, und die blaugrauen nackten Fußgelenke des Jungen hinaufkrabbelten; manche zerquetschte sie in der Hand. Sie war aufgebracht wegen dieser Viecher, die nicht wussten, was sich gehörte. Deshalb traten auch die violetten Adern an ihrem schlanken Hals hervor: »Ihr habt gerade noch gefehlt!«, fauchte sie sie an …

Mit schweren, erschöpften Schritten zog die Karawane langsam vor ihnen dahin, wie die Schatten der ärmlichen Bäume, die auf den Meriç-Fluss fielen, und wollte nicht enden. Dutzende von Menschen, groß und klein, alt oder versehrt. Schwerfällig, außer Atem, entkräftet. Ein paar von ihnen riefen: »Junge, was gibt’s?« Ein Teil der Gesichter war gemeinsam mit ihr, als sie eine hochschwangere junge Ehefrau war, von Dimetoka, ja sogar von Sofulu nach Edirne gekommen. Nachbarn, entfernte Verwandte … Dimetoka … »Aaach, ach«, seufzte sie. »Die Mädchen aus Dimetoka waren jedes wie eine Erle, früher einmal.«

Früher gab es diese Atemlosigkeit nicht, die ihr die Kehle zuschnürte; damals waren die Tage und Nächte unbeschwert, wie das Gefühl, wenn man einen Schluck frisches Wasser trinkt. Da gab es die junge Schwiegertochter, die in jener Unbeschwertheit Lächeln in die Gesichter der Menschen zauberte. Jene Schwiegertochter eilte jedem zu Hilfe, war unermüdlich, lud sich, ohne viel Federlesens zu machen, die ganze Last des Haushalts auf ihren drahtigen Rücken wie eine prächtige Satteltasche. Das war, bevor Banden die Häuser umzingelten.

Das war, bevor die wilden Stimmen der Banden die Nacht unterbrachen und die jungen Männer in den Häusern riefen. Bevor man die Säckchen mit Goldmünzen in die Dunkelheit hinauswarf und somit ein wenig zu Atem kam. Bevor die Säckchen und die Goldmünzen zu Ende gingen.

Danach? Danach kam der Kummer.

In ähnlichem Kummer hatten sie den Weg von Dimetoka nach Edirne zurückgelegt.

So war es auch, als sie Dimetoka verließen. In jenen Zeiten brodelte die Atmosphäre, als würde jeden Moment der Balkankrieg ausbrechen, und es war schwierig, die Geduld zu bewahren. In jedem Dorf herrschte eine Gewalt, die an Grausamkeit ständig zunahm. Ein Terror des Menschen am Menschen, der Religion an der Religion, des Volkes am Volk. Ein Zank, bei dem es keinen Gewinner geben würde. So würde es sein, aber die Würfel waren nun mal gefallen. In Westthrakien weinten in jenen Tagen alle Menschen blutige Tränen. Der Druck breitete sich immer weiter aus. Niemand verfügte mehr über die Zeit oder die Stärke, dem anderen Recht zu geben.

Auf dem Weg, der von Dimetoka nach Edirne führte, hatte sich die Frau unter Tränen an die Hochzeit im vergangenen Jahr erinnert. Ihr Hasan, ihr Mann, Nachbarssohn und Kindheitsliebe, war bei ihr gewesen. Hab keine Angst, hatte er gesagt. Wir bauen uns unser Zuhause in Edirne auf, wir fangen noch mal von vorne an.

Kam es in Edirne tatsächlich genau so?

Nein.

Zum einen hatte das Wort Zuhause für die Frau schon lange keine Bedeutung mehr. Zuhause war etwas, das man des Nachts verließ und wohin man nie wieder zurückkehrte. Mit jedem Schritt und jedem Atemzug die eigene Vergangenheit aufzuzehren, zu leben und dabei vergessen und zu schweigen, während man lebt. Zuhause bedeutete, mit allem zu verschwinden. Stets würde etwas fehlen. Und dann die Bitterkeit, dass man nicht wirklich vergessen konnte. Aber … Trotzdem erinnerte man sich. Sein Fehlen war Erinnern, ein Labsal, aber selbst in seinem Fehlen war er immer vorhanden. Zu ihrem Wortschatz gesellten sich Worte, die ihr neu erschienen. Weder früher noch heute von Bedeutung. Im neuen Sinne gehen, die Hecken des alten Zuhauses überwinden und gehen; im neuen Sinne fallen, in den trocknen Brunnen im Garten des alten Zuhauses fallen; im neuen Sinne eingesperrt sein, eingesperrt in das Zimmer auf dem Dachboden des alten Zuhause … Das Danach war ein Leben ohne Zuhause, aber tief verbunden mit dem Zuhause. Das Zuhause war der Konak . Der Konak* in Dimetoka. Der Geruch der knarrenden Treppen nach Feuchtigkeit, die Schnitzereien an der Decke, der Erker im Obergeschoss, das Nachbarhaus, das man vom Erker aus sehen konnte, die vielen Tage, die vielen Nächte, die von Zimmer zu Zimmer führten und sich dabei einander Weiträumigkeit wünschten. Lieder, die diese Tage und Nächte begleiteten:

Inmitten des Klosters gibt es eine Quelle
oh Quelle, meine geliebte Quelle
Dimetokaer Mädchen, jedes wie eine Erle
und wir musizieren und tanzen

Gefühlsmäßig von Dimetoka nach Edirne umzuziehen kostete zehn Jahre. Und das auch nur unter diesen Bedingungen. Vorübergehend, schweigsam.

In der Zwischenzeit brachte die Frau ihre Kinder zur Welt, das erste, das zweite, das dritte; sie veränderte sich ein wenig, denn sie kam ja in den Genuss der Mutterschaft. Es kam zum Balkankrieg, zur Schlacht von Çanakkale, und vorbei war es mit all den vergänglichen Glücksmomenten. Wenn Heimaterde Tränen bedeutet, dann verzichte ich lieber, sagte sie. In dem Moment wollte sie alles, aber auch alles vergessen. Vor allem, nachdem sie kurz nach der Geburt ihrer kleinen Tochter ihren Mann Hasan und nach ihm auch noch ihren kleinen Sohn verlor … Sie hatte ihren Hasan und ihren Sohn an eine fiebrige Krankheit, in die Hölle der Cholera übergeben. Die Liebe hatte sich unter die Erde gemischt, was nichts Gutes bedeutete.

Es folgten weitere Verluste. Sie begrub ihre Eltern und den Schwiegervater in der Erde Edirnes. Nicht über die Lebenden, sondern über die Toten begann sie sich mit Edirne verbunden zu fühlen. Viele Male wollte sie sterben, und viele Male rettete sie die Großmutter. Diese gutherzige Großmutter! Die Großmutter, die meinte: Frauen, die den Schmerz über den Verlust eines Kindes kennen, sind füreinander da!

Diese Frau, der Inbegriff der Barmherzigkeit, die meinte: Ab sofort bist du nicht mehr meine Schwiegertochter, sondern mein eigenes Kind, mein eigen Fleisch und Blut. Diese verrückte Alte, die sie beinahe um den Verstand brachte!

Nun waren sie erneut mit ihr unterwegs. Sie waren eher müde und hilflos als ängstlich und wütend. Diesmal sollte es nach Istanbul gehen. Und danach in einen unbekannten Winkel in Anatolien. So ziemlich alle kannten diese Umzugsgeschichte. Ein Wissen, das bis in ihre Adern vorgedrungen war. Das Wissen hatte derart an ihnen gezehrt, als wäre es mittlerweile ihr Name, ihre Seele. Die Erinnerungen waren das, was sie mit diesem Umzug hinter sich ließen, ohne sich noch einmal umzudrehen. Erinnerungen voller Asche.

Würde die Frau noch einmal ganz von vorne anfangen können?

Ein winziger Junge, der auf ihren Knien vor Fieber dahinschmolz, ein Mädchen und eine leidgeplagte, hinkende Großmutter zwei bis drei Kilometer vor ihnen und ein paar Küchenutensilien waren alles, was sie in die Zukunft mitnahmen, nein, schleppten. Alles schwand vor ihnen dahin. Der blaue Konak in Dimetoka, das ordentliche, dreigeschossige Holzhaus in Edirne, melancholische Glücksmomente, Freuden, die sich an Trauer anlehnten … Körper, die in Richtung Zukunft dahingingen. Oder waren es Leichen?

Aus leeren Augen betrachtete die Frau die Leute, die an ihr vorbeizogen.

Nun rief sie jemand beim Namen.

Bedriye!

Bedriye erwiderte beinahe allen mit der gleichen Distanziertheit: Vor zwei Tagen hat den Jungen unten in der Ebene eine Wespe gestochen, er hat Fieber.

Dabei konnte ein Wespenstich unmöglich der Grund für das Fieber sein. Der eine bot an, den Jungen auf den Rücken zu nehmen, ein anderer, ihn auf seinen mageren Gaul zu setzen. Dabei wusste Bedriye, dass sich auf die Flucht zu begeben bedeutete, auf dem Weg ins Ungewisse sogar den winzigsten Millimeter zu berechnen. Das Wenige an zerbrochenen Hoffnungen, die sich auf eine Handvoll Sachen und Erinnerungen stützten, reichte gerade mal für einen selbst, und es gab niemanden, der Nutzen daraus ziehen oder Platz für sich schaffen könnte.

Im Flüchtlingsdasein ist ein leerer Platz ein übertriebener Luxus, ein unnötiger Traum. Deshalb würde sie warten. Darauf warten, dass das Fieber sinken und das vom Fieber herrührende Zittern und Frieren abklingen würde. Dabei verkrampfte sich der Körper des Jungen zunehmend, und immer mehr wich der Glanz aus seinen Augen. Bedriye kannte dieses Dahinschwinden, sie kannte es zwar, wollte aber nicht einmal daran denken. So konnte es nicht weitergehen.

Nein.

Dennoch flehte sie ihren Gott an: Mach ihn entweder gesund, oder bring mich dazu, dass ich ihn hierlasse.

Dann würde Bedriye von hier weggehen, ohne sich umzudrehen. Und dann wohin auch immer! Die Großmutter würde sich schon um ihre kleine Tochter kümmern.

Der Junge sah sich wieder in jenem Weizenfeld, in dem er von der Wespe gestochen worden war. Diesmal war da keine Spur von Schmerz, Misstrauen oder Angst. Waren die Weizenähren blonder oder seine Haare, er konnte es nicht recht ausmachen. Mit dem Wind legten sie sich schnell mal nach rechts, mal nach links. Dann schob der Wind ihn auf einmal von hinten. Er begann zu rennen. Er rannte und rannte und rannte. Bis zu dem Kloster, bis zu dem prächtigen Brunnen in der Mitte.

Offensichtlich befand sich der Junge am Beginn eines langen Traums. Wassergeplätscher mischte sich unter die Kühle des Innenhofs. Offensichtlich hallte das, was an einem Kind das Unschuldigste ist, die Stimme, klar im Wasser wider. Dann jene anrührende Stimme seiner Mutter. Die bezaubernde, durch das Haus klingende Stimme seiner Mutter, die mit einem Volkslied das Leben mit Weihrauch überzog:

Inmitten des Klosters gibt es ein Becken
Oh Becken, geliebtes Becken
Dimetokaer Mädchen sind tapfere Recken
und wir musizieren und tanzen

Inmitten des Klosters gibt es einen Brunnen
Oh Brunnen, geliebter Brunnen
Dimetokaer Mädchen sind auserlesen
und wir musizieren und tanzen

Inmitten des Klosters gibt es eine Quelle
oh Quelle, geliebte Quelle
Dimetokaer Mädchen, jedes wie eine Erle
und wir musizieren und tanzen.

Die Frau schaute in die Augen, die sich in den Kopf zurückgezogen hatten, der ihr unter den Händen wegzurutschen schien. Sie waren allzu bekannt. Ihre Farbe, das Braun, das auf eine breite Stirn fiel, Tautröpfchen, die sich auf das Braun gelegt hatten … Seine Augen wanderten in den Höhlen umher, die sie seit seiner Geburt auswendig kannte. Selbst die Augenhöhlen des Jungen waren genau wie die seines Vaters. Schwarze Wimpern, feurige Windungen jener Wimpern, die seine Augenlider berührten. Sterne, die sich in seinen Augen drehten, strahlten bis in die Wimpern:

Ach, Junge, ach!

Plötzlich aber zuckte sie aus irgendeinem Grund zusammen. Sie musste sich irren. Eine Wespe, das war doch bloß eine Wespe! Was war schon ein Wespenstich!

Sie würden sich wieder auf den Weg machen, die Großmutter und das Mädchen einholen und sich eine Menge erzählen.

Sie betrachtete die Augen ihres Sohnes.
Sie betrachtete den Himmel.
Sie betrachtete die Leute, die an ihr vorbeizogen.
Sie betrachtete die Welt mit den Augen ihres Jungen.

In diesen Augen lagen nicht die Reflektionen eines strahlenden Tages, die sich in den Augen ihres Hasans und ihres früher von ihr gegangenen kleinen Sohnes versteckt hatten; in ihnen lag die Trübheit der dunklen Winkel des Todes.

* Konak: Türkisch für Residenz, Herberge. Hier im Sinne von Gefängnis zu lesen.

 

© Muhsin Akgun
Müge İplikçi aus der Türkei
Müge İplikçi, geb. 1966 in Istanbul / Türkei, wo sie lebt; studierte Anglistik an der Universität Istanbul und an der Ohio State University und machte ihren Magisterabschluss an der Universität Istanbul mit einer Arbeit zum Thema „Populärkultur und Frauen“; Müge İplikçi besitzt einen Lehrauftrag an der Medienwissenschaftlichen Fakultät der Bilgi Universität Istanbul; Schriftstellerin; zahlr. Buchveröffentlichungen, zuletzt Kısa Ömürlü Açelyalar, Erzählung, (İstanbul 2009); Kafdağı, Roman, (İstanbul 2008); Gelaciyen Bajare Nu - Yeni Kent Dedikoduları, ausgewählte Erzählungen, (Diyarbakir 2007); Cemre, Roman, (İstanbul 2006); Kül ve Kel, Roman, (İstanbul 2004); Transit Yolcular, Novelle, (İstanbul 2002); ihre Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt; für ihr bisheriges literarisches Werk erhielt sie den „Yaşar Nabi Nayır“ und den „Haldun Taner Kısa“ Preis.

 

Eine Übersetzung von Monika Demirel
Monika Demirel, geb. 1960 in Wiesbaden / Deutschland; Studium für Übersetzen und Dolmetschen in Heidelberg (Spanisch und Englisch, 1981-87); sie war zunächst einige Jahre im Ausland unterwegs in der Reisebranche, Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und übersetzte zahlreiche Fachtexte; seit 1999 ist sie freiberufliche literarische Übersetzerin aus dem Türkischen ins Deutsche: Übersetzungen von Oya Baydar, Gülten Dayıoğlu, Kemal Özer; zahlreiche Essays, Kurzgeschichten und Reiseführer diverser anderer Autoren. Monika Demirel lebt seit 1993 in der Türkei.