Wagnis der Erinnerung

Kypriani

Eine Kurzgeschichte des zypriotischen Autoren Panos Ioannides in einer Übersetzung aus dem Griechischen von Sigrid Willer.

Maria de Molino, Ehefrau von Filippo de Molino, dem venezianischen Proveditor auf Zypern, entdeckte eines Tages zu ihrem Entsetzen am Körper ihres Kindes Anzeichen von Lepra. Sie verriegelte die Tür, entkleidete sich und betrachtete sich.

Als sie überzeugt war, dass sie die Krankheit nicht hatte, sank sie neben der Wiege nieder und weinte, gleichgültig gegenüber dem Jammern des Kindes. Dann zog sie sich wieder an und rief die Dienstmagd: »Bring Fra Jacomo.«

Der Mönch bedeutete ihr, ihn mit dem Kind allein zu lassen. Er schickte auch die Dienerin hinaus und schloss die Tür.

»Gestern ging es ihm doch noch gut …«, sagte Kypriani.

Maria de Molino wandte sich ab und stellte sich unter die Arkade. Am Hang wogten die Olivenhaine, die Hügel tauchten ins Meer.

»Herrin, Fra Jacomo …«

Ihr Herz verkrampfte sich, die Farben verblichen, und die Burg auf dem Rücken des Pentadaktylos wurde aus ihren Grundfesten gerissen. »Das Kind …«, hörte sie die Stimme des Mönchs. Der Gipfel des Buffavento tanzte auf und nieder, als wären seine fünfzig Kanonen plötzlich erwacht. »Nein, ich bedaure … Soll ich mit dem Proveditor reden?« Sie antwortete nicht. In der Dämmerung sah sie, wie er den Kopf neigte und ging, ohne ihr nach seiner Gewohnheit die Hand zu küssen.

Sie nahm das Kind hoch; es gluckste, und sie küsste die Brust, die der Mönch nicht wieder bedeckt hatte, schloss mit der Hand die Lippen, die ihr zulächelten, und riegelte sich in der Kapelle ein.

Die Rufe des Proveditors und der Dienstmagd, die sie baten, doch zu öffnen, verklangen irgendwann, vermischten sich mit den Kommandos des Wachwechsels im Hof. Drei Kanonenschüsse von der Hafenfestung in Kyrenia kündigten das Anlegen der Galeere an; die vierzig neuen Roben der Königin und der neue Kommandant von Santo Larco waren eingetroffen.

Gestern noch hatte sie wegen jener vierzig venezianischen Gewänder Neid empfunden … Gestern noch hatte sie ungeduldig auf diese Kanonenschüsse gewartet … Die vierzig Roben bedeuteten vierzig Einladungen an den Hof, in die Kastelle, in die Wälder von Amorosa, vierzig Begegnungen mit Livio de Nores, dem neuen Kommandanten von Santo Larco, der in diesem Augenblick seinen Fuß auf zyprischen Boden setzte, um ihr die Stunden ihrer Jugend in Venedig wiederzubringen, als sie sich in der Gondel aneinanderschmiegten und die hölzernen Planken unter ihrer Haut zu Pfauenfedern wurden.

Jetzt … Jene drei Kanonenschüsse signalisierten den Aufbruch des Proveditors nach Kyrenia, ihr Zurückbleiben in der Burg, die Gewissheit, dass sie nie wieder in Livios Augen ihrer Jugend begegnen würde.

Sie würde es töten; danach würde sie sich selbst umbringen. Sie würde warten, bis ihr Mann abgereist war und die Dienstmagd abgelenkt, und dann fortgehen. Sie würde sich mit dem Kind in die Buffavento-Schlucht stürzen, von dem Felsen, wo der Proveditor ihr vor Jahren, als sie neu auf die Insel gekommen waren, ihr erstes Kind schenkte. Und so würde das Ende mit dem Anfang verschmelzen, der erste Schmerz der Frau mit der letzten Bitternis der Mutter.

Das Kind weinte nicht mehr. Kypriani hatte ihm wie jeden Morgen die Brust gegeben und es schlafen gelegt. Hatte sie etwas bemerkt? Sicher, es war ja nackt. Sie wird es gesehen und das Kleine nicht berührt haben. Doch wenn es hungrig wäre, würde es sich die Seele aus dem Leib schreien. Also hatte sie es gestillt! Sie hatte es gewagt! Oder sie argwöhnte nichts. Ja, nur sie selbst, sie und Fra Jacomo wussten es! Umso besser … Filippo de Molino war fort. Kypriani hatte das Kind gestillt und war gegangen, mit der Krankheit in den Brustwarzen. Die Wache hat gewechselt. Und Livio de Nores wird jetzt zum Schloss hochsehen und hoffen.

Auf Zehenspitzen ging sie hinaus und stahl sich ins Kinderzimmer. Sie wagte nicht, es anzusehen. Zärtlichkeit und Seelenqual verwirrten sich mit einer trotzigen Feindseligkeit. Sie wickelte das Kind in die erstbeste Decke, jene, die eine blinde Zigeunerin ihr einst geschenkt hatte. Sie nahm es hoch und drückte es an die Brust. Im Schlaf stieß es auf, und ein Rinnsal Milch lief an ihrem Hals hinunter. Sie erschauerte, warf das Kind aufs Bett und reinigte ihre Haut mit Wasser und Wein. Doch dann wurde sie plötzlich gewahr, was sie tat, kniete sich neben ihr Kind und küsste es auf den Mund; sie nahm es in die Arme und trat auf den Flur und von dort in den Hof hinaus.

Das Tor knarrte hinter ihr, doch sie drehte sich nicht um. Stimmen und das Gebell ihres Hundes waren zu hören. Maria de Molino eilte an der Wache vorbei und trat in das Wäldchen.

Auf ihren Lippen spürte sie, noch feucht, den Speichel der kindlichen Lippen, den sie weder zu schlucken noch abzuwischen wagte.

Die Sonne brannte auf die Insel der Schlangen nieder, als sie den Felsen erreichte. Die Stufen, die einst zum Sommerpalast der Königin führten, waren nun von Unkraut überwuchert. Was hatte die Menschen von hier fortgetrieben? Was hatte sie veranlasst, den Ort dem Verfall und dem Wind preiszugeben?

Vielleicht dieselbe Krankheit, die auch ihr Kind befallen hatte. Vielleicht die gleichen Sünden, die die Haut der Menschen zeichneten, vielleicht hatten sich die Vergehen und die Grausamkeit der Proveditoren eines Tages gegen sie selbst und ihre steinernen Werke gewandt. Vielleicht! Doch sie war nicht gekommen, um Antworten darauf zu finden … Sie war gekommen, um zwei Leiber einen Moment durch den Wind sausen zu lassen und sie dann der vertikalen Ruhe der Felsen anheimzugeben.

Zum Glück war das Kind nicht aufgewacht. Geborgen in der Decke der Alten, die als Augenlider zwei Narben hatte, lag es in tiefem Schlaf.

… Wellen, durchpflügt von der Santa Angelica, und Heulen des Windes im Takelwerk … Ein Delphin folgt dem Schiff, Filippos Hand in ihrer Halsbeuge … Schauder beim Klang der Saiten des Troubadours, der, an die holzgeschnitzte Heilige am Bug gelehnt, ihre Erinnerung hervorstreichelt … Der Hafen von Kyrenia, die Festung mit ihren Kanonen und Standarten … Die drei Kanonenschüsse und die Begrüßungsfeuer von den umliegenden Kastellen … Leute umringten sie, Bettlerinnen und Kinder tauchten nach den Münzen, die die Fremden ins Meer warfen … Die Trompetensignale von den Wachtürmen, die Kutsche mit den Pferden, schwarz und weiß, die ratternd zum Palast jagte, den er für sie errichten ließ … Zweihundert Fronarbeiter bauten daran … Die Garnison hatte jede Freiheit, die besten Materialien auszuwählen, und an Möbeln das Feinste, was es in den vornehmen Häusern und den Kirchen der Einheimischen gab… Die Lehmhütten dicht an dicht, nicht einmal mannshoch, mit Türen, durch die man nur tief gebückt gehen konnte … Gerste und Mais und Schnitter … Madonna mia, was für ein Volk! Voller Erde! So ungestalte Bauersfrauen hatte sie sonst nirgendwo gesehen … Ihr Palast, der Empfang der Wache und der Dienerschaft … Kypriani mit den eifrigen Augen … Die Parade der venezianischen Amtsträger, der erste Abend in der Festung von Kyrenia und die Nacht, die nicht enden wollte, während sie an den Mauern entlang wandelten, und all das Silber auf den Wellen … Nicosia, der Königspalast; und dann … Die erste Nacht auf dem Buffavento … Dem Buffavento mit dem Halbmond, der die Kanonenmündungen und die Festung der Regina leise berührte; und die Kristalle, und die Stimmen der Ritter, die sie verfolgten, und der verhungernden Verurteilten in den Verliesen… Dieser Felsen! Und die Hände, die sie entkleideten, trunken im Mondlicht! Und jener Schmerz, der den Regen des Lebens in sie ergoss …

Sie lüftete die Decke. Ihr Letztgeborenes lächelte sie an. Es war erwacht und reckte sich, um ihre Lippen auf seinen Wangen zu empfangen, die kurz davor waren, aufzuplatzen und sein Leben auslaufen zu lassen.

Sie presste es an sich und trat weiter nach vorn. Da hörte sie Schritte und das Bellen ihres Hundes. Er nahte! Er ahnte etwas, oder der Mönch hatte mit ihm gesprochen, und er eilte herbei, um sie zurückzuholen, sie nach Venedig zu schicken mit der Galeere, die Livio de Nores und die vierzig Roben gebracht hatte, nach Venedig, wo ein Abt das Heilkraut gegen die Lepra gefunden hatte.

Zuerst kam der Schatten aus dem Wald. Es war Kypriani, die Dienstmagd. Dann der Hund.

»Geh, geh fort …«

»Ich weiß es, Herrin. Fra Jacomo hat es mir gesagt …«

»Hast du es dem Herrn erzählt?«

»Nein, Herrin, niemandem. Ich schwöre. Kommt mit mir, Herrin. Springt nicht. Ihr dürft nicht. Gott ist groß. Bestimmt wird die Heilige Jungfrau etwas für mein Kind tun.«

»Geh, lass mich allein, du bist frei.«

»Kommt mit zum Kastell, Herrin. Ich kenne einen Bauern, der es heilen kann.«

»Hier, in dieser Zelle, hielt der König von England den Komnenos gefangen. In deiner Zelle. Unter deinem Fenster schlief er. In meine Zelle sperrte Heinrich seinen Bruder d’Ibelin! Der neue Kommandant ist dessen Enkel. – Hast du deinen Herrn gesehen gestern, bevor du herkamst?«

»Nein, Herrin.«

»Was hast du erfahren?«

»Es geht ihm gut.«

»Fragt er nach uns? Weiß er, wo wir sind?«

»Ich weiß nicht, Herrin.«

»Du lügst, Hündin, das wirst du mir bezahlen … Eines Tages werde ich dich mit ihm einschließen und euch nicht hinauslassen … Der Proveditor erzählte, dass die Frau d’Ibelins, Echive Montbéliard, als sie verfolgt wurde, sich als Mönch verkleidete und hier oben um Asyl ersuchte. Sie kam davon, verborgen in dieser Zelle … Niemand kennt das Kastell besser … Und liebt es … Seit es auf königlichen Befehl verlassen wurde, hat er mich oft hergebracht … Sag mir …«

»Man sagt, es geht ihm gut. Er wohnt in der Residenz des Kommandanten. Er hat zwei Dienerinnen behalten, die ihn versorgen.«

»Die Kinder?«

»Hat er mit der Galeere nach Venedig geschickt!«

»Hier hat uns die Königin empfangen! Sie trug Purpur, lauter Perlen. In einer Nacht zog sie sich dreimal um. Sie liebte den Buffavento, sie wollte seiner Schönheit würdig sein … Der Bauer?«

»Noch nichts. Ich habe ihm eine Botschaft gesandt.«

»Kennt er sich wirklich aus mit Kräutern?«

»Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Da war dieses Bauernmädchen aus Karmi. Im Dienst des Senior Zagravi, in St. Larios, der die Krankheit bekam. Das Mädchen sah die Male an ihm und versuchte zu fliehen. Man fasste sie und brachte sie zu ihm. Er ritzte mit dem Messer ihren Busen und küsste ihn und rieb seinen Eiter hinein, bis er das Übel an sie weitergegeben hatte. Dann jagte man sie fort. Der Alte fand sie und salbte ihren Körper mit seinen Kräutern. Und sie wurde geheilt.«

»Wann kommt er?«

»Heute oder morgen.«

»Warum stillst du es?«

»Ich stecke mich nicht an, Herrin. Ich habe keine Kratzer.«

»Woher stammst du? Ist dein Dorf von hier aus zu sehen?«

»Weiß ich nicht. Meine Eltern kamen ums Leben, als ich ganz klein war.«

»Wie kamen sie ums Leben?«

»Ich weiß nicht, Herrin.«

»Du weißt gar nichts. Was weißt du? Du bist so dumm … Ich bin schon voller Male, weißt du das? Am Arm, hier, am Bauch … Es dauert nicht lange, dann hast du sie auch. Sogar der Hund hat schon welche! Siehst du? Weißt du das? Aber was kümmert es dich. Du steckst dich ja nicht an. Warte, bis dein Fleisch anfängt zu stinken, dann wird es dich schon kümmern. Dann wirst du auf die Suche nach ihm gehen. Jetzt ist es dir egal, du siehst nach, ob du vielleicht einen Kratzer hast, und wenn nicht, spielst du dich als Heilige auf.«

»Der Alte ist gestorben, Herrin. Vor Jahren schon. Niemand kennt seine Medizin.«

Im Morgengrauen wurden sie durch Kanonendonner und Aufruhr geweckt. Das Feuer fraß Kyrenia auf, und der Hafen verschwand im Rauch. Im offenen Meer versanken Galeeren und Gefangenenschiffe.

Sie schickte die Dienerin, sich umzuhören. Ihr ganzes Denken konzentrierte sich, seit Monaten schon, auf dort unten, auf die Stadt des Proveditors, auf den Hafen, von wo er gewiss Botschaften und Briefe an Ärzte und Astrologen sandte und empfing. Es dauerte wohl, bis er das Heilmittel fand, deshalb kam er nicht, sie kannte ihn, sie wusste, wie mitfühlend er immer mit ihr war, wie gut … Niemandem schenkte er ein Lächeln, auch den Venezianern nicht … Nur ihr … Eines Tages würde er mit dem Fremden auftauchen, einem Alten, dessen Gesicht und Hände mit einer Haut wie ein Kaktus überzogen wären, die er selbst geheilt hätte.

Es wurde Mittag, es wurde Abend, die Kampfhandlungen erlahmten, aber die Dienerin kehrte nicht zurück. Maria schleppte sich zum Fenster d’Ibelins und behielt den Pfad im Auge. Lange Zeit blieb sie dort. Die Nacht legte sich über das Meer. Nur das Feuer war zu sehen; seine Umrisse veränderten sich, und es war so hell, hatte eine so glatte und reine Haut, die von keiner Krankheit berührt werden konnte, eine Haut, die jede Krankheit heilte.

Spät in der Nacht kehrte der Hund zurück. Er war tagelang verschwunden gewesen. Er kam und stellte sich neben sie. Sie verließ das Fenster, ihr Leib fiel hart auf das Bett. Sie war steif, und die Kälte drang durch die Wundmale der Krankheit direkt bis auf die Knochen. Die Tränen, die aufstiegen, waren wie zermalmte Zähne.

Sie streckte die Hand aus, nahm den Hund und warf ihn zwischen sich und das Kind, das die Krankheit bereits zu einem Bündel schlammigem Fleisch entstellt hatte. Sie rieb ihn mal an dem Kind, mal an sich, um sie beide zu wärmen.

Da bemerkte sie plötzlich, dass die Haut unter seinem Fell stellenweise nicht mehr nässte. Sie zündete den Leuchter an. Die Wunden des Tieres hatten sich geschlossen oder waren kurz davor, sich zu schließen. Und über ihnen spannte sich, wie eine Membrane, die neue Haut. Inbrünstig umarmte sie den Hund, liebevoller, als sie jemals ihr Kind oder ihren Mann umarmt hatte, und blieb die ganze Nacht wach, um ihn an ihren Wunden zu reiben.

Als Kypriani, gealtert, zurückkehrte, suchte sie vergeblich nach ihrer Herrin. Die Zelle des d’Ibelin war leer und das Lager kalt.

Sie tat das Fleisch, das sie aus dem Beutel eines massakrierten Venezianers gestohlen hatte, an einen sicheren Ort und lief zum Felsen… Dort war sie nicht. Auf den Knien kroch sie bis zum Rand und sah hinab. Nirgendwo eine Spur, nirgendwo Kleidung oder Eiter.

Sie wickelte das Fleisch in ihre Schürze und machte sich auf den Weg in die Stadt. Die Türken hatten bereits begonnen, ihre Familien auf die Insel zu bringen, und eine Dienstmagd war immer willkommen, eine Dienstmagd, von der niemand wusste, dass sie im Dienst einer Leprösen gestanden hatte, noch dass sich an ihrem Busen die ersten Flecken röteten … Bis sie es erfuhren, hatte sie Zeit … Die Milch in ihren Brüsten war Feuer … war Eiter … war …

Alle, die sie verraten und von Menschen und Kindern fortjagen konnten, gab es nicht mehr. Weder ihre Herrin noch Fra Jacomo, den sie gepfählt auf dem Platz gefunden hatte, noch Senior Giorgio, dessen Kadaver, nackt und bar seiner Männlichkeit, die sie einst entjungfert hatte, an einem Eukalyptus-Baum außerhalb der Stadtmauern schwang. Noch Filippo de Molino, der mit einigen Amtsträgern von der Burg entkommen und davongesegelt war. Er war gesund und kämpfte, als er die Insel verließ, und sie, die dumme Dienerin!, zermarterte sich das Hirn, um eine Lüge für ihre Herrin zu erfinden: Er sei angeblich mit ihrem Namen auf den Lippen gestorben, er sei gefangen genommen und in den Serail gebracht worden, oder er habe sein ganzes Vermögen einem heilkundigen Muezzin versprochen, den er jeden Augenblick zu ihr bringen wird.

Vor Sonnenuntergang war sie bereits Amme im Palast des Müsellim Hakki Ibn Affan.

Vor Sonnenuntergang badete, auf der anderen Seite des Hanges, nackt, mit dem vor Kälte zitternden Kind im Arm, Maria de Molino; ihr ausgemergelter, gezeichneter Körper war vollständig eingetaucht in das Wasser der Quelle, die den Hund geheilt hatte.

Daneben lag, die Fliegen anbellend und noch nass, das treue Tier und wärmte sich in der Sonne …

 

© Takis Demetriades
Panos Ioannides aus Zypern
Panos Ioannides, geb. 1935 in Famagusta/Zypern, lebt in Nikosia; Studium der Massenkommunikation und Soziologie in den USA und Kanada; arbeitete als Direktor der Radio und Fernsehprogramme im staatlichen Rundfunk Zyperns, war Vorsitzender des künstlerischen Ausschusses der Zyprischen Theaterorganisation (THOK) und ist Herausgeber der englischsprachigen Zeitschrift In Focus; schrieb und veröffentlichte Erzählungen, Gedichte, Romane und Theaterstücke; schaut zurück auf eine Reihe von Buchveröffentlichungen, u.a. : Τρία Θεατρικά Έργα (Μπάνιο, Εγγαστρίμυθοι, Γρηγόρης), Theaterstücke (Kinyras 1977), Η αβάσταχτη φιλοπατρία του P.F.K, Roman (Nikosia 2. Auflage 1990), Face of an Island, 24 short stories from Cyprus, Erzählungen (Armida 1997), Εν Παρενθέσει, Gedichte (Armida 1997), Gregory and other stories, Erzählungen (Armida 2009); seine Theaterstücke Gregory, Peter I, Der Koffer und Bauchredner sind auch in Deutschland aufgeführt worden; ist seit Jahren Präsident des PEN – Zentrums von Zypern; gewann vier erste Nationalpreise für seine Romane Census und The Unbearable Patriotism of P.F.K. und für seine Kurzgeschichtensammlung Cyprus Epics und The Unseen Aspect, sein Stück Gregory gewann den Ersten Internationalen Preis für Fernsehstücke, 2007 erhielt er die Auszeichnung Award for Excellence in Letters der Republik Zypern.

 

Eine Übersetzung von Sigrid Willer
Sigrid Willer, geb. 1947 in Hamburg/Deutschland; lebt seit drei Jahrzehnten in Griechenland. Nach 25 Jahren Übersetzen und Dolmetschen in den Sprachen Deutsch, Griechisch und Englisch, studierte sie von 2002 bis 2004 am EKEMEL (Europäisches Übersetzerzentrum) Literatur und Humanwissenschaften in Athen. Seitdem konzentriert sie sich auf Übersetzungen griechischer Literatur ins Deutsche, darunter Erzählungen, Theaterstücke, ein Roman, ein Filmdrehbuch, Buchpräsentationen und Leseproben, u. a. von Emmanouil Roidis, M. Karagatsis und vielen zeitgenössischen Autoren.