Helmut Krausser: Porträt

“Liebe, Mythos, Tod – ich liebe es, das Große in unsere Zeit hineinzutragen.” Der selbstbewußte Schriftsteller Helmut Krausser, der sich bereits in jungen Jahren ein umfangreiches Werk erschrieben hat, scheut weder große Themen noch große Gesten. Er beherrscht virtuos die unterschiedlichsten Stile und Sprechweisen, er bewegt sich in den Kleinformen des Erzählens ebenso sicher wie im Genre des postmodernen, erzählerisch komplexen und weit ausholenden Romans. Einige stets wiederkehrende Leitmotive bestimmen sein Werk: Neben “Liebe, Mythos, Tod. …

Kraussers Protagonisten, oftmals mit Daten seiner eigenen biographischen Realität ausgestattet, sind soziale Trittbrettfahrer in dieser besonderen Bedeutung des Wortes: Sie wollen weder einsteigen noch sich abhängen lassen; sie wollen beobachten und aus ihren Beobachtungen etwas herausholen; sie gehen niemals in den Milieus, in denen sie sich bewegen, vollends auf bzw. unter, sondern halten immer eine intellektuelle Distanz ein. …

Die Realitätswahrnehmung seiner Figuren ist eine andere, sie weicht ab von der Norm, reicht bis hin zum psychopathologischen Befund. So nimmt Hagen Trinker, die Hauptfigur der nach ihm benannten Trilogie, nur einen Teil der eigenen Person wahr und erkennt nicht, daß er eine Art “Dr. Jekyll and Mr. Hyde”-Biographie lebt. …

Desgleichen tendiert der Protagonist des Theaterstücks “Lederfresse” dazu, die Grenze zwischen der künstlich-medialen Welt der Horrorvideos und der eigenen Realität zu verwischen.
Mit freundlicher Erlaubnis des Verlags aus dem
„Kritischen Lexikon der Gegenwartsliteratur“ entnommen.
© edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag GmbH & Co KG

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