Heinrich Mann: Porträt

M., der die entscheidenden künstlerischen Einflüsse von Nietzsche, Goldoni, d'Annunzio, noch stärker aber von den Franzosen Stendhal, Balzac, Flaubert, Maupassant und nicht zuletzt Zola erhielt, entwickelte sich mit den Jahren vom Dichter des Lebensrausches und humorvollen Satiriker zum Gesellschaftskritiker und sozialistischen Wahrheitssucher. …

In seinen frühen Romanen "Im Schlaraffenland" (1900) und "Zwischen den Rassen" (1907) zeichnet er ironisch die Bourgeoisie um die Jahrhundertwende und schuf damit formale Gegenstücke zu seinem Debütroman. In seinem ersten Hauptwerk, der Trilogie "Die Göttinnen" suchte er ein Leben der Kunst, Politik und Liebe zu zeichnen, wie er es sich vorstellte, voll von demokratischem Geist und harmonisch-gelöstem Sinnengenuss. Der Roman "Professor Unrat oder das Ende eines Tyrannen" (1905), wurde später durch seine Verfilmung unter dem Titel "Der Blaue Engel" mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle ein Welterfolg. Ein Höhepunkt seines Frühwerks ist auch die in Italien angesiedelte Gesellschaftsutopie "Die kleine Stadt" (1909).

In der Trilogie "Das Kaiserreich" beleuchtet er kritisch die deutsche Gesellschaft im Zeitalter Wilhelms II. Am berühmtesten und erfolgreichsten wurde der Roman des Bürgertums "Der Untertan" (1918), in dem M. seinen Landsleuten ihre totale willenlose Unterwürfigkeit vorgeworfen hatte. …

In Frankreich schrieb M. das wesentlichste Werk seiner späteren Epoche: "Die Jugend des Königs Henri Quatre" (1935) und dessen zweiten Teil "Die Vollendung des Königs Henri Quatre" (1938). Darin stellte er die Menschlichkeit, Toleranz und politischen Vorstellungen von König Heinrich IV. als Gegenentwurf zur nationalsozialistischen Realität in Deutschland."
Mit freundlicher Erlaubnis des Verlages dem
„Munzinger-Archiv/Internationales Biographisches Archiv“ entnommen

Heinrich Mann im Bibliothekskatalog

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