"Von außen hinein"
Die Rubrik Außenansichten im Programm-
heft des Goethe-Instituts kann daher auch als Echo auf die laufenden Diskussionen gelesen werden.
Die institutionelle Kritik der späten 60-er und frühen 70-er Jahre hat diese Frage aufgegriffen. Damals ging es überwiegend um Grenzhinterfragungen und Institutionalisierungsbedingungen in der Kunst, Auswege aus institutionellen Rahmen und den radikalen Bruch mit Institutionen, es ging um das große DAGEGEN.
Nach institutioneller Kritik, konzeptueller Kunstpraxis, in der Krise des Staatswohlstands unter zunehmendem Druck des Kapitals und besonders dessen Anspruch auf Effektivität, lassen sich die Stimmen der heutigen Diskussion über Institutionen in den Institutionen selbst vernehmen und finden hier auch ihren Widerhall; Künstler und Kulturschaffende diskutieren über die Krise der Institutionen, mögliche Modifikationen zur Sicherung ihres Erhalts, ein neues Publikum, heute geht es um das große DAFÜR.
Schon früh haben wir verstanden, dass Institutionen im Grunde nie repräsentativ, sondern stets produktiv sind. Wie auch immer man sie definieren mag, Kunstinstitutionen sind immer Mittler, Begegnungsstätte zwischen Kunstproduktion und der Konzeption ihrer Öffentlichkeit. Wenn sich der Öffentlichkeitsraum verengt und den Institutionen „Corporate Managermodelle“ und eine stetige Evaluation ihrer politischen und öffentlichen Rolle aufgezwungen werden, scheint es notwendig, ihre Rolle in der gegenwärtigen Kunstproduktion zu überdenken. Ausgangspunkt dieser Reise ohne endgültige Anlegestelle wäre gerade das gründliche Durchschütteln fester Kategorien, d.h. gegenüber Institutionen, die keine Traditionssäule und stabile Gesellschaftsordnung darstellen, sondern solche, die Generatoren bestimmter Instabilitäten sein könnten, Produzenten von Verhandlungen, also Orte, die immer aufs Neue zu Räumen werden, ÖFFENTLICHKEITSRÄUME.
Mitgründerin der NGO [BLOK] - Local Base for Culture Refreshment







