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Patricia von Ah
Faris Rahoma
Faris Rahoma // Die Migrantigen

Faris Rahoma (Schauspieler, Autor) wurde 1975 in der Steiermark geboren. Rahoma spielte bereits als Kind Theater und absolvierte 1995 das Prayner Konservatorium im Fach Schauspiel mit Auszeichnung. Rahoma spielte seither in internationalen TV- und Kinofilmen mit, wie beispielsweise Youssef Cahine’s EL MASSIR (Ägypten), ausgezeichnet mit der Palme des Herzens am 50. Cannes Film Festival, sowie in österreichischen Produktionen wie „Nacktschnecken“ (Michael Glawogger) oder „Zweisitzrakete“ (Hans Hofer), und dem selbstproduzierten Kinofilm „Auf bösem Boden“, aber auch internationalen Theaterproduktionen wie Paul Schraders „Cleopatra Club“.

Seit 2007 arbeitete er eng mit dem österreichisch-französisch-belgischem Künstlerkollektiv „Superamas“ zusammen und tourte mit den gemeinsamen Bühnenproduktionen durch ganz Europa bis nach Nordamerika. 2011 entwickelte er mit Arman T. Riahi und Aleksandar Petrović die TV-Serie „Neue Wiener“. Faris Rahoma spielte außerdem immer wieder in arabischen Kinoproduktionen wie die Hauptrolle des „Walid“ in Mohammed Malas Spielfilm „Al Mahad“.

Sein Debüt-Dokumentarfilm „Das Mekka Business“ wurde in ganz Europa ausgestrahlt und zusammen mit dem Österreichischen Rundfunk produziert - wo er neben seiner Tätigkeit als Schauspieler, Produzent und Autor auch als Journalist arbeitet.

Publikumsgespräch mit Faris Rahoma nach der Vorführung von Die Migrantigen am 29. September in deutscher Sprache mit ungarischer Simultanübersetzung.
    Patricia von Ah
    Gordian Maugg
    Gordian Maugg // Fritz Lang

    Gordian Maugg wurde 1966 in Heidelberg geboren. Er studierte zuerst Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Film/Fernsehen an der Kunsthochschule Kassel, dann Film-Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf. Seine eigenen Filmarbeiten entstehen seit 1986. 1994 gründete er die Gordian Maugg Filmproduktion GmbH. Bereits mit seiner Kinospielfilm-Premiere konnte er die Kritik für sich gewinnen: Der olympische Sommer, ein zur NS-Zeit spielendes Drama, in dem der Regisseur Spielszenen eindrucksvoll mit Originalmaterial montierte, gewann 1993 einen Deutschen Filmpreis als Filmband in Silber. Passend zur Jahrtausendwende drehte er im Jahr 2000 den halbdokumentarischen Film Hans Warns – Mein 20. Jahrhundert, der eine Reise in das gerade vergangene Jahrhundert unternimmt. Das experimentelle Porträt wurde mit einem Deutschen Filmpreis in Gold für den Schnitt ausgezeichnet.

    Gordian Maugg ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Sein neuester Film ist ein Psychogramm des legendären Regisseurs Fritz Lang zur Zeit der Entstehung seines ersten Tonfilms M.

    Publikumsgespräch mit Gordian Maugg nach der Vorführung von Fritz Lang am 21. September in deutscher Sprache mit ungarischer Simultanübersetzung.
      Josef Hader
      Josef Hader // Wilde Maus

      „Meine Ausbildung ist in jeder Hinsicht mangelhaft. Nach Indien war ich auf einmal Drehbuchautor und Filmschauspieler, ohne wirklich gelernt zu haben, wie das geht. Zusammen mit Wolfgang Murnberger habe ich von einer Wolf Haas-Verfilmung zur nächsten versucht, dem Drama in der Komödie immer näher zu kommen. Der Großzügigkeit von Murnberger verdanke ich es, dass ich dabei auch immer stärker in Bereichen der Regiearbeit meine Meinung sagen und mitgestalten durfte. Daraus ist die Idee entstanden, zum ersten Mal ein Drehbuch ganz allein zu schreiben und bis zum letzten Schritt künstlerisch zu verantworten. Meine Herangehensweise ist dabei, sich keine Farbe zu verbieten und auch keine bestimmte Farbe vorherrschen zu lassen, wenn man das Leben abbilden möchte. Genres liefern Welterklärungsmodelle und notfalls auch Schuldige, ich möchte aber lieber erzählen, dass das Hauptproblem ist, dass überhaupt nichts zusammenpasst. Das Tragikomische ist für mich dabei die beste Abbildung dessen, was man Leben nennt.“ (Josef Hader)

      Publikumsgespräch mit Josef Hader nach der Vorführung von Wilde Maus am 22. September in deutscher Sprache mit ungarischer Simultanübersetzung.
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        Stefan Haupt © KEYSTONE/Gaëtan Bally
        Stefan Haupt // Finsteres Glück

        Stefan Haupt wurde 1961 in Zürich geboren. 1988 schließt er die Schauspiel Akademie Zürich mit einem Diplom als Theaterpädagoge ab. Seit 1989 ist Stefan Haupt als Regisseur und freischaffender Filmemacher tätig. 1998 gründet er mit der Fontana Film GmbH seine eigene Produktionsfirma. 2001 gibt er mit Utopia sein Spielfilmdebut Blues, mit welchem er sogleich den Zürcher Filmpreis und den Schweizer Filmpreis gewinnt. Mit europaweit 300.000 Zuschauern ist Elisabeth Kübler-Ross (2003) bis heute einer der erfolgreichsten Schweizer Dokumentarfilme. Von 2008 bis 2010 amtiert er als Präsident des Verbands Filmregie und Drehbuch Schweiz (ARF/FDS) und von 2007 bis 2012 ist er als Mitglied des Stiftungsrats der Promotionsagentur Swiss Films aktiv. Der Kreis (2014), den wir auch beim Filmfestival Sehenswert gezeigt haben, gewinnt 2015 gleich vier Schweizer Filmpreise und vertritt die Schweiz bei den Oscars für den besten fremdsprachigen Film. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Eleni Haupt, hat der Regisseur vier Kinder.

        Publikumsgespräch mit Stefan Haupt nach der Vorführung von Finsteres Glück am 23. September in deutscher Sprache mit ungarischer Simultanübersetzung.
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          Rhea Thönges-Stringaris // Beuys

          Rhea Thönges-Stringaris (* 1934 in Athen) ist eine deutsch-griechische Kunsthistorikerin. 1981 bis 1987 Mitglied im Aufsichtsrat der documenta, Gründungsmitglied der deutschen Partei Die Grünen.

          Rhea Stringaris lernte Joseph Beuys 1972 kennen, als sie seiner Bewegung Direkte Demokratie beitrat. Es folgte eine langjährige Zusammenarbeit. 1977 arbeitete sie während der documenta 6 mit Beuys im Tagungsraum der Free International University zusammen – in direkter Nachbarschaft zur Honigpumpe am Arbeitsplatz –, wo dieser mit den Besuchern über den Erweiterten Kunstbegriff, die Soziale Plastik und eine direkte Demokratie diskutierte. Ab Beginn der documenta 7 wirkte Stringaris bei der Beuys-Aktion 7000 Eichen mit, die sie anschließend bis 1987, als das Projekt auf der documenta 8 abgeschlossen wurde, betreute. Thönges-Stringaris ist Mitglied im Kuratorium der Stiftung 7000 Eichen (seit 2003) und im Kuratorium Mehr Demokratie (seit 2006).

          Die Free International University (FIU) war eine von Joseph Beuys mitgegründete Institution, die als „organisatorischer Ort des Forschens, Arbeitens und Kommunizierens“ die Fragen einer sozialen Zukunft durchdenken und als freie Hochschule das Schul- und Bildungssystem ergänzen sowie eine rechtliche Gleichstellung mit anderen Hochschulen anstreben wollte. Die FIU wurde 1973 im Atelier von Beuys gegründet und bestand zwei Jahre über seinen Tod hinaus bis 1988.

          Die Honigpumpe am Arbeitsplatz war eine Installation von Joseph Beuys, die er 1977 auf der documenta 6 in Kassel zeigte. Es handelte sich dabei um eine über mehrere Räume des Fridericianums verteilte technische Anordnung, die 150 kg Honig durch ein umlaufendes Schlauchsystem pumpte. Neben der Honigpumpe rotierte eine Kupferwelle in 100 kg Margarine. Zu der Installation gehörte Beuys‘ Anwesenheit in dem in der Nähe der Apparatur eingerichteten Diskussionsforum der von ihm mitgegründeten Free International University, in dem er an den 100 Tagen der Ausstellung mit den Besuchern diskutierte.

          7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung ist ein Landschaftskunstwerk von Joseph Beuys, das der Öffentlichkeit 1982 auf der documenta 7 vorgestellt wurde. Beuys pflanzte mit der Hilfe von freiwilligen Helfern im Verlauf mehrerer Jahre 7000 Bäume zusammen mit jeweils einem begleitenden Basaltstein an unterschiedlichen Standorten in Kassel. Das Projekt war im Hinblick auf die allgemeine Verstädterung eine umfangreiche künstlerische und ökologische Intervention mit dem Ziel, den urbanen Lebensraum nachhaltig zu verändern. Beuys selbst bezeichnete das Projekt als Soziale Plastik. Das anfangs umstrittene Projekt hat sich zu einem stadtbildprägenden Bestandteil des öffentlichen Raums der Stadt Kassel entwickelt. Im Jahr 1987 konnte das umfangreiche Projekt zur documenta 8 abgeschlossen werden.

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