Is Yuniarto

Is Yuniarto

Is Yuniarto

  • arbeitet als freiberuflicher Illustrator und Grafikdesigner sowie als Dozent für das Studienfach Komik und sequentielle Kunst.

Ich will andere mit meinen Arbeiten inspirieren, damit sie ihre eigenen Comics machen können.

Natürlich könnte sich Is Yuniarto darum bemühen, dass seine Arbeiten den Stempel „Made in Indonesia“ aufgedrückt bekommen. Aber das will er nicht. Lieber möchte er ganz individuell seine Fähigkeiten und Kenntnisse ausbauen. Das Ergebnis kann man gleichwohl beschreiben als „indonesischen Comic“, der vom Manga-Stil beeinflusst ist.

Und wann hat er die Welt der Comics für sich entdeckt? „Als ich zum ersten Mal einen Animationsfilm gesehen habe“, erzählt Is: „Davon inspiriert habe ich einen Comic mit meiner eigenen Geschichte gestaltet. Seit dieser Zeit – damals drückte ich noch die Schulbank in der Grundschule – habe ich nie mehr damit aufgehört.“

Obwohl er bereits Preise bei verschiedenen Comic-Wettbewerben gewonnen hat, darunter etwa den prestigeträchtigen Wacom Vehicle Design Award im Jahr 2010, und obwohl er zu den zehn Finalisten des Stan Lee’s Superhero Contest gehörte, ist er mit seinen Arbeiten meist unzufrieden. Seine Suche gilt einer „guten“ und „richtigen“ Formel, mit deren Hilfe sich sein Manga-Zeichenstil mit der Kultur seines Heimatlandes verbinden lässt. Ein Ergebnis dieser Suche ist der Garudayana. In dem Comic, mit dem er 2006 begann, um sich an einem Comic-Wettbewerb der indonesischen Zeitschrift manga & anime beteiligen, nimmt er die Tradition des indonesischen Schattenspiels Wayang auf und übersetzt diese in eine zeitgemäße, jugendgerechte Form.

Wayang ist einfach toll!“, erklärt Is: „Es gibt spannende Kämpfe und enorm schnelle Action-Szenen. Wayang besitzt das Potenzial, um Leser, vor allem aber Kinder und Jugendliche, zu fesseln. Von Anfang an bestand die Frage aber darin, mit welcher Herangehensweise dieses Potenzial am besten auszuschöpfen sei.“ Inzwischen hat er die Form so weiterentwickelt, dass die Geschichte in einem der indonesichen Comic-Verlage veröffentlicht wurde.

In Eigenregie veröffentlichte Is von 2007 bis 2009 die drei Bände Knights of Apocalypse und gehörte damit zu den Finalisten beim International Young Creative Entrepreneur Award 2010 des British Council. „Für mich eine beeindruckende Erfahrung, aus der ich viel gelernt habe“, erzählt er: „Eigentlich bin ich eher introvertiert und fühle mich schnell unwohl, wenn ich mit anderen Menschen sprechen muss, erst recht natürlich, wenn ich vor vielen unbekannten Menschen reden muss. Comics helfen mir dabei, mich auszudrücken.“

Comics sind ein fester Bestandteil in Is Yuniartos Leben. Er arbeitet als freiberuflicher Illustrator und Grafikdesigner. Als Dozent unterrichtet er die Studienfächer Comic und sequentielle Kunst. Zu seinen anderen bereits veröffentlichten Comics gehören Windrider (sein erster Mainstream-Titel, der beim Comicasia Award 2005 in den Kategorien Bestes Cover, Beste Charaktere und Bester Comic gleich mehrfach nominiert war), Comicografi 1 (2006), Comicografi 2 (2008), Maximum League (2010), Windrider: Sky Age (2010), und 5 cm (2011).

„Ich möchte 'lebendige' Comics gestalten, an die man sich auch nach dem Lesen noch lange erinnert,“ beschreibt Is seinen Anspruch. „Deshalb kümmere ich mich auch um 'Ableger' und Weiterentwicklung der Stoffe in Form von Spielen, Animationsfilmen, Figuren, Papercraft-Bögen und anderen Merchandise-Produkten.“ Außerdem nehme er sich immer die Zeit, alle Briefe, E-Mails und SMS-Mitteilungen seiner Leser anzuschauen. Das Feedback seiner Leserschaft gibt ihm wichtige Impulse für die Weiterentwicklung seiner Arbeit.

Und wie steht es mit dem nächsten Projekt? Einerseits arbeite er weiter an Garudayana, erzählt Is. „Andererseits versuche ich mich gerade an das Epos Ramayana heranzutasten, und zwar mit einem neuen Stil und unter einer anderen Perspektive. Aber mein Ziel bleibt dasselbe: Ich möchte, dass vor allem die jungen Menschen in Indonesien vertraut gemacht werden mit der Kultur und den Werten ihrer Vorfahren, damit sie sie schätzen lernen und stolz sein können.“

Imansyah Lubis
Kurator, Comiconnexions
ist Dozent im Bereich der sequentiellen Kunst. Dem Medium Comic ist er schon seit langem hoffnungslos verfallen. Er verfasst unter anderem Kritiken für das indonesische Comic-Magazin Comical Magz

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September 2011

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