Azisa
Noor

Azisa Noor

Azisa Noor

  • Studium der Archtektur an der ITB (Institut Teknologi Bandung), Bandung
  • Arbeitet als freie Architektin und lebt in Bandung/Westjava
  • Mitglied der Indonesian Heritage Society (Jakarta) und der Bandung Heritage Society (Bandung)

Es gibt eine gewisse traditionelle und mystische Nuance, die in jeder meiner Arbeiten sichtbar ist.

Nach Abschluss ihres Studiums am ITB (Institut Teknologi Bandung) arbeitet Azisa Noor heute als freie Architektin. Obwohl sie noch immer im Orchester des ITB Geige und Cello spielt, gehört ihre eigentliche künstlerische Leidenschaft dem Comic. Ernsthaft über eine Existenz als Comic-Künstlerin begann sie nach ihrem ersten Besuch auf einem Comic-Festival nachzudenken: „Es war während der Zeit der Wiederauferstehung der Comic-Szene Indonesiens nach einigen Jahrzehnten Dornröschenschlaf. Damals, auf dem Festival traf ich ganz unterschiedliche Menschen, für die Comic-Zeichnen zum Alltag gehörte und die ihre Arbeit zu genießen schienen. Bald stand mein Entschluss fest: Auch ich wollte mein Leben lang Comics zeichnen!“

Als Mitglied der Indonesian Heritage Society (Jakarta) und der Bandung Heritage Society (Bandung) gilt Azisas besonders Interesse der Geschichte ihres Landes sowie historischen Aspekten in Legenden, Volksmärchen und Mythen. Dieses Interesse spiegelt sich in ihren bereits veröffentlichten Werken wider: Legenda (2006), Asa (2007), Bandung Faerie Project (2008), Crossroads (2009), Satu Atap (2009), Ramadhan 200 H (2009), Perempuan di Atas Pohon (2010), Satu Atap 2 (2010), Mantra (2011) und Kaki Lima (2011). Zur Zeit arbeitet sie an einem langfristigen Projekt mit einem sehr persönlichen Anliegen: Sie gestaltet einen Comic, der sich mit Geschichten und Legenden rund um die Stadt Bandung beschäftigt.

Azisa ist nicht nur aufgrund ihrer Erfolge bei verschiedenen Comic-Wettbewerben in Indonesien bekannt, sondern auch wegen ihrer Technik: Sie zeichnet mit Wasserfarben. Zu diesem Thema meint sie: „Vom visuellen Standpunkt aus gesehen, bin ich einer der wenigen Künstler, die sich nach wie vor eines manuellen Ansatzes bedienen. Abgesehen davon, dass ich in der digitalen Welt ein hoffnungsloser Fall bin, genieße ich es sehr, wenn meine Hände voller Farbe und Tinte sind. Und tatsächlich scheint es genau das zu sein, was meine Werke von anderen unterscheidet, was ihnen eine eigene Identität verleiht.“

Weil Kommentare und Kritiken so unterschiedlich sind wie die Menschen, von denen sie stammen, „gruppiert“ Azisa schon seit einiger Zeit Internet-Kommentare zu ihrer Arbeit entsprechend ihrer Relevanz. Natürlich weiß sie, dass Rückmeldungen für Künstler meist nützlich und wertvoll sind, kann sie aber mittlerweile je nach Inhalt und Kontext besser einordnen und für die Weiterentwicklung ihrer Kunst nutzen.

Idealerweise möchte Azisa mit ihren Arbeiten zum Nachdenken, oder wenigstens zum nochmaligen Überdenken von festgefahrenen Meinungen bewegen. Ihr geht es um die Dinge, die normalerweise unbeachtet bleiben oder als selbstverständlich hingenommen werden: „Ich möchte dies nicht auf offensive Weise tun, sondern behutsam, freundschaftlich, mit einem zärtlichen Knuff in die Seite. Falls sich diese Wirkung nicht einstellt, freue ich mich aber auch darüber, wenn meine Arbeit Leser zum Lächeln bringt oder zumindest Spaß bereitet“, meint Azisa.

Imansyah Lubis
Curator, Comiconnexions
ist Dozent im Bereich der sequentiellen Kunst. Dem Medium Comic ist er schon seit langem hoffnungslos verfallen. Er verfasst unter anderem Kritiken für das indonesische Comic-Magazin Comical Magz.

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September 2011

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