Galang Tirtakusuma

Galang Tirtakusuma

Galang
Tirtakusuma

  • arbeitet als Illustrator und Grafikdesigner bei einer lokalen Verlagsfirma.

Ohne meine Leser würde ich mich heute sehr wahrscheinlich immer noch in meiner „dunklen Periode“ befinden.

Für Comics interessiert sich Galang Tirtakusuma, seitdem er lesen kann. Angetrieben von der Frage, wie andere Leser das von ihm geliebte Medium wahrnehmen, begann er bereits in jungen Jahren selber zu zeichnen: erste Geschichten mit starkem lokalen Bezug und geprägt von jugendlichem Idealismus. „Ich wollte meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Comics mit ihrer sequentiellen Kunstform schienen mir dafür besonders geeignet. Außerdem sollten meine Arbeiten einen positiven Effekt bei den Lesern hervorrufen.“ Von Anfang an legte er in seinem Schaffen deshalb sehr viel Wert auf interessante Themen und einen hohen Unterhaltungswert.

In Garudaboi erzählt Galang in jeweils vier dichten, im Manga-Stil gezeichneten Bildfeldern kurze und prägnante Geschichten aus dem indonesischen Alltagsleben. Vertraute Ereignisse wie das Fasten während des Ramadan verbindet er dabei geschickt mit dem Genre des Superhelden-Comics. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem Garudaboi ursprünglich nur im Sammelband Ngabuburit erschienen war, wurde der Comic bald darauf auch als Einzeltitel veröffentlicht. Mittlerweile ist bereits der dritte Band erschienen. Garudaboi zählt zu den erfolgreichsten Titeln, die je in einem indonesischen Comic-Verlag veröffentlicht wurden.

Blickt man auf Galangs andere Arbeiten wie True Love (2006), Flash Crisis (2006), Hopper (2009), Backpackenger (in der Comic-Sammlung Extraordinary Backpacker, 2011) oder Real Masjid (2011), dann wird der starke, stilprägende Einfluss der japanischen Pop-Kultur deutlich. Vordergründig wirken seine Werke niedlich-harmlos. Doch mit seinem sauberen, klaren Zeichenstil kann er Drolliges oder Lustiges transportieren und zugleich regionale oder spezifisch indonesische Geschichten thematisieren.

Im Moment arbeitet Galang daran, die Qualität seiner Comics weiterzuentwickeln. Dem individuellen kreativen Prozess will er dabei noch mehr Platz einräumen: „Es gab eine Zeit, in der ich nicht stolz auf meine Arbeit war. Heute nenne ich es ‘meine dunkle Periode’. Damals habe ich nur für Geld gezeichnet. Zwar war ich finanziell erfolgreich, persönlich aber unglücklich. Denn ursprünglich hatte ich ja vor, Comics immer nur mit großer Leidenschaft zu machen, aus einem inneren Ausdrucksdrang heraus, und, um dem Leser Freude zu bereiten.“

Extremely Garudaboi merkt man deutlich an, dass die „dunkle Periode“ längst überwunden ist. Es verwundert deshalb kaum, dass Galang Spaß hatte an der Arbeit. Der Kontakt zu seiner Leserschaft ist ihm dabei sehr wichtig: „Vorschläge und Anregungen von anderen Menschen höre ich mir gerne an. Häufig verändern sie meine Perspektive oder erweitern den Horizont.“

Galang Titakusuma ist als Illustrator und Grafikdesigner bei einem indonesischen Verlag angestellt. Zur Zeit arbeitet er an Chocopetoc, einem Comic, den er kostenlos über die Internet-Plattform smackjeeves.com vertreibt.

Imansyah Lubis
Kurator, Comiconnexions, ist Dozent im Bereich der sequentiellen Kunst. Dem Medium Comic ist er schon seit langem hoffnungslos verfallen. Er verfasst unter anderem Kritiken für das indonesische Comic-Magazin, Comical Magz.

Copyright: Goethe-Institut Indonesien
info@jakarta.goethe.org
September 2011

Links zum Thema