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      [Malaysia] Friedliche Koexistenz und trotzdem häufig Ignoranz
      Von Joseph Gonzales

      Traditioneller Tanz in Malaysia ist eine Summe indigener Traditionen und durchreisender ethnischer Gruppen.

      Layang Mas - Klassischer Malaysischer Tanz Tanz in Malaysia hat viele Genres, jedes mit einer eigenen Geschichte und Entwicklung. Sie existieren harmonisch und dennoch häufig in gegenseitiger Unwissenheit nebeneinander. Jede Tanzart folgt einem eigenen Weg und ist dabei abhängig von Faktoren wie Förderung und Unterstützung.

      Seit dem 15. Jahrhundert war Malaysia ein Anlaufhafen für vorbeikommende Händler aus Ost und West. Penang, Malakka und Singapur waren als Orte die erste Wahl für Tausch, Rast und Ansiedlung.

      Die heute in Malaysia bestehende Tanztradition ist die Summe seiner indigenen Einwohner und durchreisenden ethnischen Gruppen, deren Kultur und Tradition hier weiterhin praktiziert werden. Die gegenwärtige Ansiedlung ethnischer Gemeinschaften kann unterteilt werden in die Malaien und ihre Untergruppen, die ungefähr 60% der Bevölkerung ausmachen, und die Chinesen mit etwa 30%. Der Rest verteilt sich auf Inder und andere Minderheiten.

      Volkstanz und Hoftanz

      Traditioneller Tanz kann in all diesen communities grob in drei Kategorien eingeteilt werden. Die Volkstradition ist eine gemeindebasierte Aktivität, die religiöse Feste und Ereignisse in der Gemeinschaft reflektiert. Für die Malaien sind Joget, Zapin, Inang und Asli die wichtigsten Volkstanzarten. Joget soll eine Variante des portugiesischen Brundo oder Branle sein, der im 15. Jahrhundert in Europa populär war. Zapin hingegen ist die älteste synkretische Form arabischer Kultur.

      In der Folge der Bemühungen der Landesregierung von Johore, der Johore Heritage Foundation und der ausgiebigen Forschung von Prof. Dr. Mohd. Anis Md. Nor wurde Zapin zum Symbol für das Malaiische erklärt. Einige traditionelle malaiische Tänze wie der Kuda Kepang beinhalten Elemente von Trance.

      Inang und Asli sind Varianten des Hoftanzes mit langsameren Tempi und stärkerer Verfeinerung als andere Volkstänze. Malaiischer Hoftanz oder klassischer Tanz sind in einem vornehmen Stil gehalten. Joget Gamelan oder Terinai haben stilisierte Handbewegungen und beginnen oft im Sitzen, von wo aus sie in eine kniende Position führen und im Stand enden. Die Tänze standen in ihrer Geschichte nur für eine kurze Zeit in der Gunst des Königs, nämlich als Tänzer fest am Hof angestellt waren.

      Institutionen wie ASWARA und die University of Malaya arbeiten daran, vergessene Tänze wiederzubeleben. Erfolgreiche Rekonstruktionen sind etwa Tari Inai, Terinai, das Joget Gamelan Topeng und Lambang Sari.

      Von täglichen und religiösen Ritualen inspirierte Tänze

      Kuda Pasu von Sabah Die Völker von Sabah und Sarawak haben ein reiches kulturelles Erbe, das fest in ihrer Lebensweise und in ihrem ehemals animistischen Glauben verwurzelt ist. Die Tänze sind von alltäglichen Jagdritualen oder saisonalen Tätigkeiten wie der Ernte inspiriert. In ihnen erreichen die Positionierung der Füße und sanfte Armschwingungen eine sublime Qualität, die etwa im Datun Julud der Orang Ulu und beim Rejang Be’uh der Bidayuh beobachtet werden kann, wobei der männliche Performer plötzliche Akzente setzt. Einige Tänze aus Sabah wie Kuda Pasu und Limbai sind robuster während Sumazau, Sumayau der Kadazan Dusun oder der Tarirai der Orang Suluk hypnotisch wirken. Diese Tänze wurden ursprünglich als Teil eines rituellen Gebets getanzt, das dazu diente, besseres Wetter zu erbitten, Geister anzurufen oder zu beruhigen oder die Erntefeste Gawai in Sarawak und Keamatan in Sabah zu feiern.

      Chinesische Tänze

      Die chinesischen und indischen Gemeinden, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Malaysia ankamen, brachten traditionelle Tänze mit, bei denen Stöcke, Bänder, Fächer oder Trommeln verwendet werden, um ländliches Leben zu symbolisieren. Chinesische Tänze sind sehr populär, vor allem durch jährliche Tanzwettbewerbe für alle Altersgruppen. Das Prinzip von kreisförmigen Bewegungen und starke Akzente durch die Benutzung von Requisiten werden in dieser Gemeinde im Rahmen religiöser Rituale praktiziert.

      Indische Tänze

      Klassischer Malaysischer Tanz © Layang Mas Die Hauptform des klassischen indischen Tanzes ist der Bharata Natyam aus Tamil Nadu, während auch andere Formen aus Kathakali, Khatak, Mohiniattam, Kuchupuddi gelehrt werden. Das indische Repertoire dient der Gottesverehrung. Tanzmeister Ramli Ibrahim ist verantwortlich für die Allgegenwart von Odissi, einer klassischen Form aus Orissa. Tänze dieser Minderheiten florieren nach wie vor angesichts eines starken Gespürs für Marginalisierung und eine große Furcht davor, die eigene Identität und das kulturelle Erbe zu verlieren.

      Musik

      Die Musik, die traditionelle Tänze begleitet, ist so facettenreich wie diese selbst. Das Musikensemble für malaiische Volkstänze besteht aus gendang (Trommeln aus Ziegenhaut), Messinggongs, gambus (Laute) für das Zapin-Repertoire, Violine und Akkordeon. Die Hoftänze werden von einem Gamelan-Ensemble, serunai und einigen Schlaginstrumenten begleitet.

      Die chinesischen Tänze werden von einem Ensemble aus gu (Trommeln), bo (Becken) und sona (Doppelrohroboe) untermalt, aber auch von ‚modernen’ Orchestern, die aus Instrumenten wie dizi (Querflöte), erhu (Streichinstrument) oder der pipa (Flöte) bestehen.

      Die Instrumente der indischen karnatischen Musik sind die vina (Zupfaute), nagasvaram (Doppelrohrflöte), ottu (Violine), venu (Flöte) und der tambura. Die wichtigsten Schlaginstrumente sind die mridanga, tabla und tavil (Trommeln), kanjira (Tamburin) und ghattam (Lehmtopf, der mit Händen und Fingern geschlagen wird). Das sruti (Elektrobox) liefert den Bass. Die Tänze in Sabah und Sarawak werden zu sape, kulintangan und seruling aufgeführt.

      Aktuelle Trends

      Malaiische Tanzformen unterstützt der Staat vor allem seit den 1970er Jahren, als in jedem Bundesstaat „Taman Budaya“-Projekte etabliert wurden und auch die nationale Theatergruppe Istana Budaya (Kulturpalast) gegründet wurde. Diese professionellen Tanzensembles schneiden ihre Aufführungen auf den Geschmack einer hegemonischen Führung zu und verändern dabei grundlegende Elemente der Aufführung. Die Compagnien unterhalten etwa bei Dinner-Veranstaltungen von Unternehmen und repräsentieren die nationale Tourismusbehörde Tourism Malaysia mit dem Slogan „Malaysia truly Asia“. Ihr Repertoire schließt Tänze ein, die malaiisch, indisch, chinesisch, portugiesisch, thailändisch, indonesisch und arabisch beeinflusst sind.

      Chinesischer Fächertanz Traditioneller chinesischer Tanz verdankt sein Wachstum Einzelpersönlichkeiten, die private Tanzschulen gegründet haben oder über Vereinigungen wie die Malacca Chinese Association, Kwantung, Kwangsi oder die Hainan Association mit Lehrern wie Liew Chee Sin, Steven Koh, Cheong Lin Poo und Zhou Gui Xin zusammenarbeiten.

      The Temple of Fine Arts wurde 1981 von den Gurus Gopal Shetty, VK Sivadas und ihrem spirituellen Leiter, dem alten Swami Shantanand Saraswati, gegründet. Er hat ungefähr 2.000 Studenten, die indische Musik und Tanz lernen, während Ramli Ibrahims Sutra Dance Theatre und Schulen, die von Apsara Ram Gopal, Krishna Kumari, Sri Ganesan und Shrimati Indra Manickam betrieben werden, kleiner, aber nicht weniger wichtig sind.

      All diese Tanzformen begegnen einander jedoch meist nur im Rahmen von groß angelegten Spektakeln und Paraden, beispielsweise zur Feier von Sportveranstaltungen oder als Teil der Festivitäten zum Nationalfeiertag. Dann ist dies allerdings das in hohem Maß politisch motivierte Vorzeigen einer Einheit der unzähligen Kulturen und Traditionen, die im Land existieren.

      Joseph Gonzales
      ist Dekan für Tanz an der Nationalen Akademie für Kunst, Kultur und kulturelles Erbe (ASWARA) in Malaysia. Er ist Lehrer, Darsteller, Choreograf, Sportreporter für Radio und Fernsehen und ein ewiger Student.

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