Jecko Siompo
Jecko Siompo, geboren 1975 in Papua, studierte am Jakarta Art Institute (IKJ). Schon während seines Studiums begann er, eigene Stücke zu choreografieren, darunter Goda, Ini Budi, Irian Zoom In, Asmat Dani, Obahorok, Buto Huruf, Unanuk, Tikus-Tikus, Di Kamar Kost, In Front Of Papua and Terima Kost. Als Tänzer und Choreograf nahm er an internationalen Tanztreffen und Symposien in Indonesien, Malaysia, Singapur, Japan, Deutschland, Dänemark, Australien, den USA, Frankreich und Taiwan teil.2007 war er nach Bangkok, Thailand eingeladen, außerdem zum Asia Contemporary Dance Festival in Osaka und der Asiatischen Tanz-Konferenz 2007 in Tokyo, Japan. Jecko ist Jurymitglied in der bekannten indonesischen Fernsehshow Lets Dance.
Künstler-Statement
„Ich werde zwar von der Tradition inspiriert, aber der Arbeitsprozess muss trotzdem modern sein.“
Jecko Siompo
Kurzporträt
Die Seele der Menschen beschreiben: Jecko Siompo benutzt die Philosophie der Tradition, um hier und heute zu arbeiten
Kunst ist eine Reflektion über das Leben. Dies gilt auch für Choreografie. Letztere immer an die menschliche Lebensrealität anzunähern, ist die Basis der Kunstphilosophie von Jeck Kurniawan Siompo Pui, auch bekannt als Jecko Siompo. Für den Choreografen ist die Bühne eine Leinwand, um menschliches Leben abzubilden.
„Für mich ist Choreografie ein Bild, das von Menschen geschaffen und in eine andere Form, an einen anderen Ort, wie zum Beispiel eine Bühne gebracht worden ist,” sagt er. Für ihn bezieht sich Choreografie nicht nur auf Raum, sondern auch auf andere Funktionen, etwa auf Rituale, über die man sie mit ihrem Hintergrund und ihrer Herkunft in Verbindung bringen kann.
Jecko Siompos unverwechselbare Art, traditionelle Bewegungen aus Papua mit modernem Tanz zu verbinden, macht nicht nur seine Originalität in der indonesischen Tanzszene aus.
Wie andere Choreografen tanzt er, seit er in seiner Kindheit damals begann er in einem Tanzstudio in seiner Heimat. Er schrieb sich 1994 in der Fakultät für Darstellende Künste des Jakarta Art Institute (IKJ) ein. Mit seinem traditionellen Stil fiel er sofort auf und wurde zum Indonesia Dance Festival geschickt, Choreografiert von Peter Chin aus Kanada.
Triviale soziale Ereignisse aufgreifen
In all seinen Stücken wird eine besondere Eigenart sichtbar: Jecko greift scheinbar triviale und irrelevante Ereignisse auf, um die Seele der Menschen zu beschreiben. Er präsentiert seine Einsichten in parodistischer Form, um es den Zuschauern zu erleichtern, zuzustimmen, ohne sich bevormundet zu fühlen.
Seine Vision eines Ideals von Choreografie beeinflusst seine Arbeitsweise: Choreografie kombiniert das Moderne mit dem Traditionellen. „Das bedeutet: Ich werde zwar von der Tradition inspiriert, aber der Arbeitsprozess muss trotzdem modern sein. In Front of Papua etwa ist von traditionellen Bewegungen inspiriert, wird jedoch modern präsentiert. Daher ist es im Endeffekt mein Werk, nicht das der Papuér. Ich habe nur ihre Philosophie herangezogen, weil ich meine Wurzeln liebe,” sagt er.
Im Laufe seiner Karriere wurden Jecko diverse Auszeichnungen verliehen. 1997 gewann er den Choreografie-Wettbewerb am Gedung Kesenian Jakarta (Kunstzentrum Jakarta). Er wurde als bester Choreograf bei den Tanzwochen der Kulturbehörde Jakarta 2000 ausgezeichnet. Aber Jecko ist auch kommerziell ein Zugpferd. Er war Jury-Mitglied in einem Straßen-Tanz-Wettbewerb eines privaten TV-Senders und war an der Choreografie der Filme Opera Jawa (2006), Laskar Pelangi (2008) und Generasi Biru (2009) beteiligt.
Der kommerzielle Erfolg ließ Jecko nicht den Idealismus des professionellen Choreografen vergessen. Entwicklung ist der Schlüssel zu seiner Arbeit: „Ich betone zwei Aspekte: Geschichte, also das, was in der Vergangenheit geschaffen wurde, und auf dieser Grundlage entwerfe ich meine Stücke.“
/Dewi Ria Utari
Produktionen (Auswahl)
Betamax ke DVD (Betamax zu DVD) (2009)
What Existed (Was existierte) (2008)
Terima Kost (Zimmer zu vermieten) (2007)
In Front of Papua (2005)
Tikus Tikus (Ratten) (2003)
Unanuk (2001)
Sketsa Impian (Traumskizze) (1999)
Irian Zoom In (1998)
Goda (Versuchung) (1997)
Kontemp Error (Aktueller Fehler) (1995)


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