Multikulturelles Deutschland

Multikulturelles Leben in Deutschland

www.pixelio.de/Foto: Stihl024
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Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland hat einen Migrationshintergrund - insgesamt sind das rund 15,7 Millionen Menschen. Sie haben Deutschland zu einem multikulturellen Land werden lassen. Vor allen Dingen in Städten wie Köln, Berlin und Frankfurt leben verschiedene Nationalitäten zusammen und machen das Stadtbild bunter und internationaler.

Aber was sind eigentlich „Menschen mit Migrationshintergrund“?

Der Begriff umfasst nach der Definition des Statistischen Bundesamts "alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil". Sie können auch als Zuwanderer oder Immigranten bezeichnet werden. In Deutschland wird der Begriff also für Familien verwendet, die dauerhaft eingewandert sind und deren Kinder oft die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Deutschland jetzt doch ein Einwanderungsland?

Deutschland ist in den letzten zehn Jahren zu einem Einwanderungsland geworden. Der Weg dahin war lang und von vielen hitzigen, politischen Debatten durchzogen. Aber mit dem Vorstoß zur doppelten Staatsbürgerschaft und dem Zuwanderergesetz sind wichtige Maßnahmen ergriffen worden, um das multikulturelle Zusammenleben zu fördern. Im Zuge der Schulden- und Wirtschaftskrise in Europa kamen im vergangenen Jahr vor allem aus den südeuropäischen Euro-Staaten wie Griechenland, Spanien, Italien und Portugal mehr Zuwanderer nach Deutschland. Die meisten ausländischen Zuwanderer stammen aber noch immer aus Polen, Rumänien, Ungarn und Bulgarien.

Fußball und Politik: Generation M

Mesut Özil (links) und Sami Khedira trainieren mit der Nationalmannschaft; Copyright: picture alliance / dpaBeim Fußball steht „M“ für „Multikulti“. Spieler wie Özil, Gomez oder Boateng geben der deutschen Nationalmannschaft ein internationales Gesicht und spiegeln die Entwicklung der deutschen Gesellschaft wider.

Aber auch in der Politik finden sich Politiker mit multikulturellem Hintergrund in vielen Parteien wieder. So war zum Beispiel der türkischstämmige Cem Özdemir Bundesvorsitzender der Grünen. Cemile Giousouf kandidiert für die CDU. Aydan Özoğuz ist die Integrationsbeauftragte der SPD. Und mit John Ehret gibt es in der Stadt Mauer den ersten schwarzen Bürgermeister Deutschlands. Auch Bundespräsident Gauck wünscht sich mehr Migranten in der Politik. Denn trotz des positiven Trends besitzen in der Bundestagswahl 2013 nicht einmal vier Prozent der Kandidierenden einen Migrationshintergrund, sind also Nachkommen von Einwanderern oder selbst eingewandert.

Interkulturelle Literatur in Deutschland – Literatur von außen?

Terézia Mora bei der Verleihung des Adelbert-von-Chamisso-Preises 2010, Foto: Amrei-MarieGastarbeiter- oder Migrantenliteratur, so befreien sich Autoren multikultureller Herkunft wie Zsuzsanna Gahse, Terézia Mora, Michael Stavarič oder Melinda Nadj Abonji zunehmend vom Label der „exotischen Literatur von außen“ und nehmen ganz selbstverständlich ihren Platz in der deutschsprachigen Literaturlandschaft ein.
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